zur Navigation springen

Tennissparte in Leck : „Tiefschläge gingen an die Gesundheit“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Tennissparte des MTV Leck wählt neuen Vorstand / Zuvor hatten persönliche Querelen unter einigen Mitgliedern die Vereinsarbeit lahmgelegt

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Persönliche Differenzen, Anfeindungen und Anschuldigungen haben die Tennissparte im MTV Leck in die Knie gezwungen: Der gesamte Vorstand war Ende vorigen Jahres zurückgetreten. Ein Übergangsvorstand nahm seine Arbeit auf, bis 99 Mitglieder am Dienstagabend eine neue Vorstandsriege wählte.

Lorenz Feddersen nahm das Amt als Spartenleiter an: „Ich möchte möglichst komplikations- und reibungslos den Mitgliedern das Tennisspielen ermöglichen. Dafür stelle ich meine Energie zur Verfügung.“ Es war gut, dass der Versammlungsort kurzerhand vom Tennisheim auf die Sportlerklause verlegt wurde. Der Raum platzte aber auch hier aus allen Nähten. Stühle und Bänke mussten herbeigeschleppt werden, der Strom interessierter Tennisspieler schien nicht abzureißen. Schließlich fand sich knapp die Hälfte der 204 Mitglieder zählenden Sparte ein. Wie zu erfahren war, hatten rund 20 Mitglieder nach den Querelen der Sparte den Rücken gekehrt.

Der Vorsitzende des MTV Leck, Hans Peter Feddersen, leitete die Jahresversammlung und verzichtete auf nähere Einzelheiten über die Auseinandersetzungen. Nur so viel: „Die Tiefschläge gingen an die Gesundheit!“ Man wolle sich nicht zerfleischen und keine schmutzige Wäsche waschen, sondern nach der Devise „Fair geht vor“ gemeinsam für die Tennissparte arbeiten. Seinen Dank mittels Blumen schickte er an den Not-Vorstand mit Margot Kuchta, Käthe Volquardsen, Heidi Degner und Wilfried Kerl: „Sie haben malocht und dafür gesorgt, dass die Stimmung nicht noch schlechter wurde.“ Die schöne Geste freute insbesondere Käthe Volquardsen, die wie der MTV-Chef gleichfalls dem vorherigen Vorstand für die Zusammenarbeit dankte und verstanden wissen wollte: „Wir haben lediglich die Laufarbeit gemacht und den Flächenbrand gelöscht.“

Nur wenig Diskussionsstoff lieferten die geplanten Satzungsänderungen. Beschlossen wurde, den Vorstand um einen stellvertretenden Kassenwart auf acht Personen aufzustocken. Begründet wurde das mit der Fülle der Aufgaben, die ein Schatzmeister zu bewältigen hat und die dann aufgeteilt werden können. Bei den Wahlen konnte das Amt allerdings nicht besetzt werden. Neu geschaffen wurde ebenfalls die Einrichtung eines Ältestenrates. Dessen fünf Mitglieder werden in diesen Tagen von Hans Peter Feddersen berufen und stellen sich im nächsten Jahr der Wahl. Unter anderem gehört es zu den Aufgaben des Rates, vereinsschädigendes Verhalten von Vorstand und Mitglieder zu untersuchen sowie Streitigkeiten zu schlichten, soweit das Spartengeschehen dadurch berührt wird. Angeregt wurde, den Kassenbericht den Wahlen vorzuziehen. Heidi Degner legte einen ausgeglichenen Haushalt vor. Die Entlastung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, weil ihr nicht alle Unterlagen zur Verfügung standen.

In geheimer Wahl ließ sich Lorenz Feddersen mit 56 Stimmen zum neuen Vorsitzenden wählen. Sein Vertreter heißt Andreas Eschenburg, und Kassenwartin wurde Susanne Magnussen. Heike Ohl, frühere und neue Sportwartin, konnte 59 Stimmen für sich verbuchen. Das Amt des Jugendwartes bekleidet Dyke Spura (77 Ja-Stimmen), Anlagenverwalter wurde Gerald Heesch (58 Stimmen) und Schriftwartin Tanja Borchert (63 Stimmen).

Nach zweieinhalbstündiger Versammlung atmeten alle spürbar auf, manche aufwallenden Wogen konnten geglättet werden. „Solch eine Jahresversammlung habe ich in meiner 50-jährigen Tenniserfahrung noch nicht erlebt“, bedauerte Ehren- und Gründungsmitglied Else Simon.

 


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen