Therapie-Helfer auf vier Beinen

Daniela Gennert eingerahmt von 'Joy' (links) und 'Oliver'. Foto: jok
Daniela Gennert eingerahmt von "Joy" (links) und "Oliver". Foto: jok

shz.de von
06. August 2011, 09:50 Uhr

Leck | Der kleine Norweger "Oliver" ist ausgeglichen und sensibel. "Joy", das Deutsche Reitpferd, lässt sich ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen. "Sie macht ganz viel mit", erklärt Übungsleiterin Daniela Gennert und bescheinigt das zwei weiteren Schulpferden, den Ponys "Spike" und "Zottel". Damit verfügt der Reit- und Fahrverein Südtondern über beste Voraussetzungen, heilpädagogisches Reiten und Voltigieren anzubieten.

Daniela Gennert arbeitet als Erzieherin im deutschen Kindergarten in Jeising, kurz hinter der dänischen Grenze. Seit einem Jahr ist sie Mitglied im Reit- und Fahrverein Südtondern und hat den Trainer C-Ausbildungsschein in der Tasche. Für das heilpädagogische Reiten und Voltigieren absolvierte sie eine zweijährige Ausbildung beim Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten in Warendorf.

Warum wird das Pferd in der Therapie eingesetzt? Daniela Gennert liefert Antworten: "Pferde sind soziale Wesen, persönlichkeitsstärkend, direkt und sensibel. Sie treten in Kontakt zu jedem Menschen, sie reagieren instinktiv auf jeden Klienten." Wenn ein Kind herunterrutsche, bleibe das Pferd sofort stehen, erklärt die 28-Jährige. Die Arbeit mit dem Medium Pferd und das Reiten an sich sprechen den Menschen ganzheitlich und über alle Sinne an. "Der Bewegungsrhythmus gleicht dem des Menschen, das wirkt sich zum Beispiel positiv auf motorische Schwächen aus."

Das heilpädagogische Reiten und Voltigieren ist geeignet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen, Erkrankungen oder Behinderungen. Dabei werden einzeln oder in Gruppen die Grob- und Feinmotorik, die Koordination und das Gleichgewicht geschult. Die Wahrnehmung, Konzentration, Selbsteinschätzung und Leistungsfähigkeit werden gefördert, Angst und Aggressionen abgebaut, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein gesteigert. Im sozialen Bereich verbessert das heilpädagogische Reiten die körperliche und verbale Kommunikation, die Kooperation, Konfliktfähigkeit, Verantwortung und baut das Vertrauen auf. Dabei spielt die Beziehung zum "Partner Pferd" die tragende Rolle. Die Klienten müssen sich darauf einlassen, getragen zu werden, die Bewegung zu fühlen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen