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Cyber-Kriminalität : Tatort Facebook: Abzocke mit falschen Profilen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine Frau aus Risum-Lindholm wird über Facebook um Geld betrogen. Die Verbraucherzentrale warnt vor Betrug mit falschen Facebook-Profilen.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Rund 1,5 Milliarden Menschen nutzen das soziale Netzwerk Facebook im Internet. Ob über den Computer zu Hause, im Büro oder über das eigene Smartphone – auch in Südtondern gehört Facebook damit für Viele zum Alltag.

Dass in der virtuellen Welt von Facebook auch Gefahren lauern, davor warnen Verbraucherschützer schon seit langem. Kathrin Jensen aus Risum-Lindholm hat jetzt selber erfahren, wie das ist, wenn man im Netz von Kriminellen übers Ohr gehauen wird: „Es begann damit, dass ich von einer Schulfreundin aus Nordrhein-Westfalen eine Freundschaftsanfrage geschickt bekam.“ Dabei habe sie sich nichts gedacht – in dem sozialen Netzwerk ist das ein ganz normaler Vorgang.

Dass es sich hinter dem Profil aber nicht eine Freundin aus Kindertagen, sondern digitale Wegelager verbargen, war für die 35-Jährige auf den ersten Blick nicht erkennbar. „Das Profilfoto und auch die anderen Angaben haben gestimmt“, erinnert sich Kathrin Jensen heute. Kurz nachdem sie die vermeintliche Bekannte als Facebook-Freundin akzeptiert hatte, nahm diese mit der Risumerin Kontakt auf: „Ich bekam eine Nachricht, in der sie mich begrüßte und um meine aktuelle Handynummer bat.“

Nur wenige Sekunden später dann die nächste Nachricht: In den nächsten Minuten werde Kathrin Jensen einen Code auf ihr Handy geschickt bekommen, den „brauche ich“, so die falsche Schulfreundin. Ab diesem Punkt kamen der 35-Jährigen erste Zweifel: „Ich wurde skeptisch und habe gefragt, was sie denn mit dem Code vorhabe.“ Es gehe um eine Wette mit ihrem Mann, so die Antwort aus dem Netz. Schließlich verschickte Kathrin Jensen die Zahlenkolonne über den Facebook-Chat.

Dass sie einen Fehler gemacht hatte, wurde der Risum-Lindholmerin schnell klar: Die echte Schulfreundin gab auf Facebook bekannt, dass Fremde ein falsches Profil von ihr benutzten. Wenig später bekam Kathrin Jensen die sprichwörtliche Quittung für ihre Gutgläubigkeit. Auf ihrer Handy-Rechnung war über den Online-Bezahldienst Pay-Pal die Summe von 29,90 Euro abgebucht worden.

Bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sind solche Fälle von Facebook-Abzocke bekannt – auch in der Variante mit gefälschten Profilen. „Bereits seit Mai haben wir Hinweise auf diese Masche“, sagt Hanna Doreen Jeske, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die Täter kopierten die Profile täuschend echt – „denn alle Informationen sind leicht zugänglich“, weiß Jeske.

Dazu werde zuvor die Freundesliste eines möglichen Opfers durchsucht, bis ein geeignetes Profil gefunden sei. Um den Kriminellen bereits hier Steine in den Weg zu legen, müsse man die eigene Privatsphäre-Einstellungen anpassen, so der Rat aus der Verbraucherzentrale. „Wenn trotzdem über Umwege Codes aufs Handy kommen, dann sollten alle Alarmglocken angehen“, rät Juristin Hanna Doreen Jeske.

Und das abgebuchte Geld? Mit hoher Wahrscheinlichkeit bleibt Kathrin Jensen auf dem Schaden sitzen. „Ich habe die Sache zwar der Kripo gemeldet, aber der Beamte hat mir keine großen Hoffnungen gemacht.“ Ähnlich sehen das auch die Verbraucherschützer. Und trotzdem – es hätte auch schlimmer für die Frau aus Risum-Lindholm kommen können. „In diesem Fall ist es glimpflich abgelaufen“, sagt Hanna Doreen Jeske, „der Betrag hätte auch deutlich höher sein können.“ 

Wie kann ich mich schützen?

  • Stellt ein Freund eine erneute Freundschaftsanfrage sollte man skeptisch werden. Auch wenn nach der Handynummer gefragt wird. Betroffene sollten besagten Freund außerhalb von Facebook kontaktieren und prüfen, ob die Anfrage echt ist.
  • Die Freundesliste sollte auf „nicht-öffentlich“ geschaltet werden. Dies geht in den Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook. So schützt man seine Freunde, sollte das eigene Profil kopiert werden.
  • Alte Profilbilder sollten nicht öffentlich einsehbar sein. Somit gibt man Profilkopierern weniger Infos zur eigenen Person.

 

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