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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 02:55 Uhr

Schlechtes Wetter : Südtondern steht im Regen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Wetterkapriolen beeinträchtigen Tourismus und Landwirtschaft und Meteorologen sagen bis zum Ende der Woche wechselhaftes Wetter voraus

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Ein verregneter Urlaubstag im August? Für den Diplompsychologen Eberhard Klietsch (62) und seine Frau Barbara aus dem bayerischen Miltenberg kein Problem. Vom Dagebüller Campingplatz, dessen Wiese pitschenass glänzte, sind sie gestern nach Schlüttsiel gefahren und an Bord eines Kutters gegangen, um Krabbenfischen und das Wattenmeer live zu erleben. Beide verbringen eine Woche Urlaub in Dagebüll – mit ihrem Wohnmobil glücklicherweise wetterunabhängig. „An solchen Regentagen wird auch viel geschlafen“, sagt Sonderschulpädagogin Barbara Klietsch, die sich darauf freute, das Ambiente des nordfriesischen Wattenmeeres zu erleben. Und ausruhen können sich die beiden Urlauber auch in den nächsten Tagen noch genügend, denn wenn sich die Prognose des Wetterexperten Gerd Müller bewahrheitet, dann sieht es bis Ende der Woche in puncto Regen nicht besser aus. „Es bleibt so wechselhaft mit einem Mix aus Sonne und Wolken“, erklärt der Niebüller. Wobei sich die Niederschlagsmenge jedoch ab heute etwas reduzieren werde. „Ganz so stark wie gestern wird es im Laufe der Woche nicht mehr regnen.“ Derart heftige Güsse seien für die Region dennoch nicht außergewöhnlich. „Das kommt uns nun anders vor, weil wir wochenlang beständiges, schönes Wetter hatten. Aber auch in den Jahren zuvor gab es immer wieder regenreiche Sommer“, erklärt Müller. „Meist war der Juli verregnet. Und diesmal ist es eben der August.“

Nicht nur vielen Touristen vermiest dieser regnerische August mittlerweile die Laune. Auch die Landwirte in Südtondern sind von den Wetterkapriolen zunehmend genervt: „Niederschläge in dieser Phase des Jahres sind zwar nicht ungewöhnlich“, sagt Wolfgang Stapelfeldt, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, „doch die Extreme in den Wetterschwankungen haben in den letzten Jahren merklich zugenommen“. Den Grund für den abrupten Wechsel zwischen Sonnenschein und Starkregen sieht Stapelfeldt als Symptome des globalen Klimawandels. Trotzdem sei der starke Regen der vergangenen Tage noch kein Grund zur Sorge: „Der Großteil der Ernte ist vom Feld, und nur Sommergetreide wie Gerste und Weizen steht vereinzelt noch“, so der Kreisvorsitzende des Bauernverbandes. „Auch die Befahrbarkeit der Felder ist noch gut.“ Ungünstig sei das Regenwetter momentan in erster Linie für die Rapssaat. „Die müsste jetzt dringend raus“.

Auch von Seiten der Feuerwehr gibt es Entwarnung: Statt vollgelaufene Keller leerzupumpen ( wie man es bei dem Blick aus dem Fenster vermutet hätte), zählte der Kreisfeuerwehrverband von Sonntag bis Montag nur acht Einsätze. „Keller waren dabei die Ausnahme“, berichtet Christian Albertsen, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Auch in den kommenden Schlechtwetter-Tagen rechnet der Feuerwehrmann daher nicht mit einer Einsatzlawine.

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