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SyltShuttle : Südtondern in Sorge um den Autozug

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Offener Brief: Politik und Verwaltung befürchten durch Betreiberwechsel beim SyltShuttle Nachteile für Pendler, Unternehmer und Anwohner

Der geplante Betreiberwechsel für den SyltShuttle löst in Südtondern weiterhin Unsicherheit aus: Jetzt haben sich Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt, Bürgervorsteher Uwe Christiansen und Südtonderns Amtsdirektor Uwe Wilke mit einem besorgten Fragenkatalog an das Land Schleswig-Holstein, die Bundesnetzagentur, die NAH.SH und die DB Netz AG gewandt. Zu den Adressaten des Schreibens zählen auch Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Bereits in den ersten Sätzen des vier Seiten langen Briefs üben die Unterzeichner deutliche Kritik an der Informationspolitik des Landes. So sei man in der Region von den Ereignissen um die Vergabe regelrecht überrascht worden: Weil es für „die tagtäglich Hauptbetroffenen, nämlich allen voran die Gemeinden der Insel Sylt, dann die Stadt Niebüll und die ganze Region des nördlichen Nordfriesland mit den Gemeinden des Amtes Südtondern und teilweise weit darüber hinaus keine frühzeitigen Informationen gegeben hat“. So habe man zum Beispiel erst aus der Presse von dem möglichen neuen Betreiber Railroad Developement Corporation Deutschland GmbH (RDC) erfahren. Ein solcher Mangel an Zusammenarbeit passe jedoch nicht zu der wirtschaftlichen Bedeutung der Verkehrsverbindung für die Region.

Zum Hintergrund: Bislang betrieb die Deutsche Bahn die Linie. Doch die Trasse wird zum Winterfahrplan 2015 neu vergeben. Drei Bewerber wollten die hochfrequentierte Strecke betreiben. Auch das das Land Schleswig-Holstein war unter den Interessenten – konnte sich mit dem Vorschlag, die Verladerampe weiter in Hinterland - bis nach Risum-Lindholm zu verschieben, am Ende nicht durchsetzen (wir berichteten). Auch ein Antrag auf einstweilige Verfügung gegen diese Entscheidung der DB Netz AG scheiterte. Das Landgericht Frankfurt bremste am Donnerstag den Versuch des Landes aus, doch noch an die begehrte Autozugstrecke zu kommen.

Für die Unterzeichner des regionalen Mahnbriefs bleiben bis jetzt wichtige Fragen zum künftigen Betrieb der Strecke ungeklärt. So steht die Sorge im Raum, dass Veränderungen im Betrieb des SyltShuttles „eine Verschlechterung des Angebotes im Nahverkehr zu Gunsten des Autozuges“ bewirken könnten. Für Pendler, Anwohner, Unternehmer und Tourismuswirtschaft dürfe es aber keine Nachteile geben, so die gemeinsame Forderung. Das Unternehmen RDC hatte im Bewerbungsverfahren angekündigt, die Zahl der Abfahrten des Autozugs noch steigern zu wollen. Besonders für Niebüll befürchten Verwaltung und Kommunalpolitik dadurch Beeinträchtigungen im Alltag der Bürger. So wächst zum Beispiel die Sorge, dass die Schranken des Bahnüberganges an der Gather Landstraße, die bereits jetzt täglich für Rückstau im Niebüller Stadtgebiet sorgen, den Verkehrsfluss in Zukunft noch zäher machen könnten. Aber auch die Frage, ob das komplette Betriebs-Personal übernommen wird, der Lärmschutz für Anwohner der Trasse verbessert werden kann oder die neue DB-Werkstatt im Gewerbegebiet Nord künftig vom neuen Betreiber mitgenutzt wird, stehen für die Initiatoren des Fragenkatalogs noch ungeklärt im Raum.

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erstellt am 21.Feb.2015 | 05:00 Uhr

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