zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 17:51 Uhr

Suche nach Antworten geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ein Gewerbebetrieb in der „Alten Propstei“ und dem ehemaligen Rentamt verärgert weiterhin Anwohnern der Osterstraße in Leck

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 11:16 Uhr

Einmal im Jahr tagen die Politiker der Gemeindevertretung Leck in der alten Schule im Ortsteil Oster-Schnatebüll. Etlichen Bürgern und vor allem mehreren Anwohnern der Osterstraße war der Weg dennoch nicht zu weit. Sie wollten erneut Präsenz zeigen und vor allem wissen, warum in der alten Propstei und im Rentamt seit einem Jahr ein Handwerksbetrieb geduldet wird, obwohl der Bebauungsplan dagegen spricht.

Bereits auf der Sitzung des Infrastruktur- und Umweltausschusses hatten sich die Anwohner über diese Tatsache beschwert (wir berichteten). Fakt ist, dass im Bebauungsplan dieses Gebiet zur kirchlichen Nutzung ausgewiesen ist, genau heißt das : „Fläche für den Gemeinbedarf – Kirche und kirchlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen“. Nun hat die Kirche diese Flächen allerdings verkauft und der neue Inhaber seinen Betrieb „Jessen Dachbeschichtung & Dämmsysteme“ dort angesiedelt. Das Verfahren für eine Änderung des Bebauungsplanes in ein allgemeines Wohngebiet läuft. Was den Anwohnern aufstößt, ist, dass das Kirchengebiet seit einem Jahr gewerblich genutzt wird und sie sich durch den Lärm belästigt fühlen. Dr. Peter Kern beklagte im Namen der Nachbarschaft insbesondere: „Warum wird der aktuelle B-Plan, also das derzeitig geltende Recht, nicht durchgesetzt? Wer ist verantwortlich dafür?“ Ihn frustriere, dass Telefonate mit den Behörden in Niebüll und Husum nicht gefruchtet haben. Ein Behörden-Mitarbeiter in der Kreisstadt habe ihm gar bestätigt: „Das ist illegale Nutzung, was da stattfindet!“

Für die Überprüfung sei die Bauaufsicht des Kreises zuständig, hieß es auf der Gemeindevertretersitzung. Im Nachhinein versprach Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn, mit der Kreisbauaufsicht Kontakt aufzunehmen. Per Mail hat er den zuständigen Mitarbeiter inzwischen darum gebeten, sich dringend mit Dr. Peter Kern in Verbindung zu setzen, um Klarheit zu schaffen.

Mario Jessen, Inhaber der Firma, beruft sich auf den Begriff „nicht störendes Gewerbe“ für seinen Betrieb. Was das bedeutet, erläutert Südtonderns Bauamtsleiter Udo Schmäschke. In einem allgemeinen Wohngebiet, und darum gehe es hier, seien Betriebe zulässig, die einer Versorgung der Anwohner dienlich seien, zum Beispiel ein Friseur oder die Kneipe an der Ecke. In diese Kategorie falle der Handwerksbetrieb Jessen aber nicht. In Ausnahmefällen sei jedoch auch besagtes nicht störendes Gewerbe erlaubt. In der Propstei sei schon immer gewohnt worden, deshalb stehe einer zukünftigen Wohnnutzung nichts im Wege. Das Rentamt sei schon in Zeiten der kirchlichen Nutzung ein Ort des Publikumsverkehrs gewesen. „Wenn die Firma Jessen das Gebäude als reinen Verwaltungssitz nutzt und dort Büros ansiedelt, dürfte das kein Problem sein“, sagt Schmäschke.

Problematisch wären hingegen laut dem Bauamtleiter Lagerhaltung und Schwerlastverkehr: „Es kann nicht sein, dass zum Beispiel drei Mal die Woche Lkw Lieferungen bringen.“ Ob das Gewerbe so störend sei, dass es das Wohnumfeld belaste, müsse das Verfahren in Form von zum Beispiel Lärmgutachten zeigen. Die Entscheidung, was auf der strittigen Liegenschaft zulässig sei, stehe noch aus, verdeutlicht der Experte. „Planungsrechtlich stehen wir da ganz am Anfang.“ Nach dem Aufstellungsbeschluss der Gemeinde, den B-Plan zu ändern, sei die Kirche am Zuge, Vorschläge für die zukünftige Planung zu machen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert