Streit um den „kleinen Windpark“

Während der Gemeindevertretersitzung bemängelte eine Kommunalpolitikerin die Informationspolitik zu dem Projekt

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25. Juli 2014, 12:49 Uhr

Eine von der Landesplanung entgegen früheren Festlegungen 2012 doch noch als Windeignungsgebiet ausgewiesene Fläche bietet die Möglichkeit, dort etwa drei Windkraftanlagen zu errichten. Doch ist dort bisher noch nichts passiert.

Wie es sich nach heutigen Gepflogenheiten gehört, wollten die infrage kommenden „Windmüller“ zuerst die Bürger nach ihrer Meinung fragen. Im Benehmen mit der Gemeinde und nach ordnungsgemäßer Einladung und Bekanntmachung wurde zu einer Einwohnerversammlung in den Gasthof Südwesthörn eingeladen.

Dort informierten Hans-Detlef Feddersen und Wolfgang Stapelfeldt über die Projektidee. Nach lebhafter Aussprache über das Für und Wider eines „kleinen“ Windparks (wir berichteten) fragte Bürgermeister Walter Sieger die anwesenden 66 Bürger nach ihrer Meinung. Das Ergebnis: 63 stimmten für, drei gegen die Idee. Womit, wie in der 5. Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag deutlich wurde, ein repräsentatives Votum vorlag.

Das aber wurde von der Gemeindevertreterin Uta Adanou angefochten. Sie stützte sich auf eine, wie sich herausstellte, veraltete und nicht mehr gültige Unterschriftenliste. Außerdem erklärte sie, die Bürger seien nicht ausreichend über den Termin der Info informiert gewesen. Das wies der Bürgermeister entschieden zurück und erinnerte an eine Vielfalt seinerzeit bestandener Möglichkeiten, von diesem Termin zu wissen. Unterstützt wurde er von Amtsrätin Judith Horn, die die Spielregeln einer im Vorfeld dieser Planung notwendigen Bürgerinfo nach Recht und Gesetz erfüllt sah.

Was danach folgte, ähnelte einer Posse, ausgelöst und immer wieder neu entfacht von Gemeindevertreterin Adanou, die hartnäckig auf einer Fülle von Positionen beharrte wie Schädigung des Tourismus, Wertminderung von Liegenschaften, mangelnder Bürgerinformation und per Unterschrift erklärten Widerstands. Sie unterbrach dabei nahezu alle Wortbeiträge ihrer Kollegen und des Bürgermeisters, dem es zu keinem Zeitpunkt gelang, Struktur in die Diskussion zu bringen.

Um die zunehmend ausufernden Wortefechte zu beenden, beschloss die Gemeindevertretung, ein Bauleitverfahren einzuleiten, in dessen Verfahrenslauf die Bürger erneut Gelegenheit erhalten, Position zu der Projektidee zu beziehen.

Weitere Einzelheiten aus der Sitzung:

- Über frei laufende Hunde an der Badestalle Südwesthörn wurde geklagt.

- Die Horsbülller „Stöpenhütte“ soll (möglichst binnendeichs) erneuert werden.

- Die Gemeindevertretung beschloss, die bei „Drei Harden“ bestehende Restschuld von 250 000 Euro auf einmal zu tilgen.

- Einen weiteren Beschluss zufolge wird die Gemeinde die auf den beiden Friedhöfen entstehenden Defizite übernehmen.

– Der Bürgermeister wurde ermächtigt, die zusammen etwa 40 000 Euro teure Dachsanierung an den beiden Feuerwachen in Auftrag zu geben.

– Die Breitbandversorgung wollen die Wiedingharder Gemeinden in ersten Schritten in Eigenregie in die Hand nehmen.

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