Kirchenkreis Nordfriesland : Stimmbildung zum Wohl des Kindes

Sie singen mit dem Nachwuchs künftig einige Töne höher: Die Pädagoginnen von Kindergärten in der Region. Foto: hn
Sie singen mit dem Nachwuchs künftig einige Töne höher: Die Pädagoginnen von Kindergärten in der Region. Foto: hn

Gesangsschulung für Erzieherinnen in Nordfriesland endete mit der Zertifikatsübergabe

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21. Oktober 2011, 07:59 Uhr

Nordfriesland | Singen ist wichtig. Und je früher man damit anfängt, desto besser ist es. Dieser Überzeugung ist Ingrid Sievers. Die Musikpädagogin schulte Erzieherinnen in Nordfriesland für das "Singen mit Kindern". Die gleichnamige Fortbildung entwickelten der Landesmusikrat und das Kultusministerium Schleswig-Holstein für die Berufsgruppe der Erzieherinnen. Der Kirchenkreis Nordfriesland griff es mit seinem Angebot "Singen tut gut" auf. Nun konnten die Teilnehmerinnen ihre Zertifikate entgegennehmen. Dafür trafen sie sich 20 Mal, schulten während der Seminareinheiten unter Anleitung die eigene Stimme und lernten viel über die Besonderheiten des Singens mit den jüngsten Bürgern.

Je besser das Singen vermittelt wird, desto mehr profitiert das Kind in seiner Entwicklung, wie Sievers sagte. "Es geht zum Beispiel um die Entwicklung von Hörkompetenz, um rhythmische und melodische Differenzierungsfähigkeit", erklärte Ingrid Sievers. Denn jeder Satz hat eine Melodie. So klingt eine Frage anders als eine Aufforderung. Dies zu deuten und zu verstehen sei eine wichtige Grundlage in der kindlichen Entwicklung und für einen späteren schulischen Erfolg. Aber auch für die emotionale Ausdrucksfähigkeit ist nach Sievers Erfahrung das Singen ein unentbehrliches Instrument.

Bei den Projekt-Treffen war das genaue Kennenlernen der eigenen Stimme ein wichtiger Bestandteil: Die Stimmbänder der Kinder sind sehr viel kürzer, Erzieherinnen und Erzieher müssen ein wenig höher singen, als es für sie vielleicht bequem ist, um die kindliche Stimme optimal zu fördern. Dazu gehört aber ein bisschen Mut und Selbstbewusstsein, und genau das trainierten die Teilnehmerinnen mit der Musikpädagogin in aller Ruhe. "Das war ein geschützter Rahmen hier", sagte eine Teilnehmerin, "man konnte sich ohne Angst ausprobieren." Daneben gehörten auch der Ressourcen schonende Umgang mit der eigenen sowie die Funktion der kindlichen Stimme zum Lernprogramm, Kriterien für kindgerechte Lieder wurden besprochen, und gemeinsam verschiedene Situationen im Kindergarten erarbeitet, in denen das Singen relevant sein könnte. "Singen und musizieren mit Kindern ist eine Methode, die auf viele Bildungsbereiche angewandt werden kann", sagte die Kursleiterin. Die Gruppe eignete sich auch religiöse Lieder an, arbeitete aber überkonfessionell. Drei Teilnehmerinnen brachten ihre im Waldorfbereich gesammelten Erfahrungen ein.

Ein weiterer Kurs ist geplant, Ort und Zeit orientieren sich an den Bedürfnissen der Erzieherinnen. Nähere Informationen gibt es bei Ingrid Sievers, Telefon 04662/1230. Das Projekt Singförderung wird im Internet unter www.singentutgut.de präsentiert.

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