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Nordfriesland Tageblatt

16. August 2017 | 15:24 Uhr

Denkmal : Steinerner Zeuge der Stadtgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erst galt er lange als verschollen – jetzt gab der Geschichtsverein einen Gedenkstein von 1898 restauriert an die Stadt Niebüll zurück.

Lange war es verschollen, auf alten Postkarten ist es noch zu sehen. Am Mittwochnachmittag hat der Niebüller Geschichtsverein ein weithin bekanntes Denkmal auf dem Parkfriedhof der Stadt übergeben. Es zeigt das Profil Kaiser Wilhelms I. und eine Gedenkplatte mit der Inschrift: „Zur Erinnerung an den glorreichen Feldzug 1870 -71 den gefallenen Kameraden vom Kampfgenossenverein gewidmet – 1898“. Ursprünglich hatte dieser Findlingsblock auf einem Sockel von Feldsteinen gestanden, gekrönt von einem bronzenen Adler. Alte Niebüller kennen es noch: Das Denkmal wurde 1898 vor dem Südportal der Niebüller Christuskirche aufgestellt und 1970 auf Beschluss des Kirchenvorstandes und der Stadtvertretung vom THW abgetragen.

„Wir sind heute hier auf dem Parkfriedhof zusammengekommen, um den Gedenkstein von 1898 der Öffentlichkeit zurückzugeben“, sagte Beate Jandt, die Vorsitzende des Geschichtsvereins. „Der Verein für Niebüller Geschichte kümmert sich um den Erhalt von Zeugnissen der Vergangenheit unserer Stadt und bewahrt sie für unsere Nachkommen. Wir enthalten uns dabei weitgehend einer aktuellen Bewertung, denn jede Zeit muss ihren eigenen Zugang zur Vergangenheit finden.“

Ihr Dank galt dem Kirchenvorstand für die Genehmigung, den Gedenkstein auf dem Parkfriedhof aufzustellen, als auch dem Steinmetz Udo Funk für das Bearbeiten und Aufstellen des Steines. Die Kosten dafür hat der Verein für Niebüller Geschichte übernommen.

Hintergrund: Der zentrale Granitstein des Niebüller Ehrenmals lag 40 Jahre unbemerkt im Grünstreifen des Parkfriedhofs, mit der unbeschädigten Inschrift nach unten. Das Relief des Kaisers war ebenfalls erhalten geblieben und befand sich bereits im Besitz des Geschichtsvereins. Von dem Adler gab es keine Spur. Ein Augenzeuge berichtete jedoch, dass er damals auf dem Weg zur Arbeit die Trümmer des Adlers gesehen habe. „Diese Zerstörung war vermutlich der Anlass dafür, das gesamte Kriegerdenkmal zu entfernen. Es stammte aus einer Zeit, mit der man nichts anfangen konnte und auch nichts zu tun haben wollte“, so Beate Jandt.



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