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Wärmeversorgung : Stedesand plant eigenes Wärmenetz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

180 Haushalte sollen aus einer noch nicht feststehenden Lieferquelle mit Wärme versorgt werden / Gemeinde lässt sich von Fachleuten beraten

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise plant die Gemeinde Stedesand in einem Kernbereich ihres Ortsgebietes die Errichtung eines Wärmenetzes. Ziel ist, 180 Haushalte aus einer noch nicht feststehenden Lieferquelle mit Wärme zu versorgen. In einer von Bürgermeister Stephan Koth einberufenen Einwohnerversammlung gaben drei Fachleute der Kieler Unternehmensberatungsgesellschaft Treurat und Partner Erläuterungen zu diesem Vorhaben, das die Gemeinde zusammen mit ihren Einwohnern eigenständig und gemeinsam realisieren könnte.

51 Stedesander erfuhren vom Expertentrio aus Kiel nähere Einzelheiten. Zur Erläuterung: Das westlich der B 5 zwischen Breding und Knopp gelegene Teilgebiet mit überwiegend älterer Bausubstanz wird „Quartier“ genannt und der Plan „integriertes Quartierskonzept“. Bevor das Konzept in Angriff genommen wird, sollen alle Gebäude auf ihren Energieverbrauch und Modernisierungsbedarf untersucht werden. Aus der daraus resultierenden energetischen Ausgangslage soll sich ergeben, was im Haus zu modernisieren ist, welche Energieeinsparung möglich ist und wie es überhaupt um den wirtschaftlichen Sinn einer Maßnahme steht.

Außerdem soll in Betracht gezogen werden, ob eine gemeinschaftliche (genossenschaftliche) Umsetzung möglich ist. Zu überprüfen sei auch die Frage der zu wählenden Wärmequelle – vor allem deren Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Wie verlautete, tendiert die Gemeinde Stedesand zu einem genossenschaftlichen Modell. Und: Alles, was in diesem Rahmen passiert, soll transparent sein, der Bürger während der Arbeiten auf dem Laufenden gehalten werden und über konkrete Problemstellungen diskutieren können.

Der größte Einspareffekt liegt im Bestand der vorhandenen Wohngebäude. Die meisten alten Häuser sind vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet worden und demnach noch „unsaniert“ und in einem energetisch schlechten Zustand. Eine energetische Sanierung kann teuer sein, so dass sich in etlichen Fällen die Frage der Wirtschaftlichkeit solcher Investitionen stellt. „Es muss wirtschaftlich tragfähig sein“, erklärte Annika Hoffmann aus dem Trio der Berater. Neben der energetischen Modernisierung der Häuser könne die Umsetzung einer gemeinsamen Wärmeversorgung (Nahwärmenetz) zu großen Einspar-Effekten führen, was den Primärenergiebedarf angeht, erklärten ihre Kollegen Gerrit Müller-Rüster und Hagen Billerbeck.

Das Kieler Beratertrio äußerte sich angenehm überrascht von der Resonanz der Stedesander über angestrebte Neuerung in ihrer Gemeinde. Durch Abfrage von Bürgermeister Koth erklärte sich die Hälfte der Besucher des Abends im Gasthof Johannsen (Knopp) interessiert an einem Nahwärmekonzept. Die Besucher des Abends hatten Gelegenheit, Detailfragen zu stellen, die von der Wärmequelle bis zur Preisstabilität, von der Übertragbarkeit aufs eigene Haus bis zu dessen Wertsteigerung oder von den Sanierungsmöglichkeiten bis zur Kosteneinsparung reichten. Wobei natürlich der eigene Geldbeutel und der Nutzen für die Umwelt eine große Rolle spielten. Auf alle Fälle ist all das, was planerisch angeboten wurde, freiwillig. Doch die Attraktivität des Plans lässt erwarten, dass eine Einsparung von Heizkosten eine entscheidende Rolle spielen dürfte.


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erstellt am 02.Okt.2015 | 05:00 Uhr

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