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Projekt gegen Sexuelle Gewalt : Stark werden gegen Kindesmissbrauch

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Um frühzeitig gegen sexuelle Gewalt an Kindern vorzugehen, hat der TSV Stedesand Handlungs- und Notfallpläne erstellt

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Damit es gar nicht erst dazu kommt, schaltet das Kinderzentrum Westküste, vertreten durch das Diakonische Werk, auf Prävention vor sexueller Gewalt. Unter dem Motto „Stark ist stark“ will es Kinder und Jugendliche aufklären sowie stark machen und auch Vereinen und Organisationen, die mit Kindern zu tun haben, erklären, wie sie dabei Hilfestellungen leisten können.

Der TSV Stedesand war dieser Tage einer der ersten Vereine im Kreis Nordfriesland, der auf einem Informationsabend erläuterte, wie er das Projekt Prävention künftig anpacken will. Gast des Abends war Lars Wulff, Sozialarbeiter beim Diakonischen Werk Husum, bei dem das Kinderschutzzentrum für Nordfriesland und Dithmarschen angesiedelt ist.

Wulff schnitt noch einmal an, was aus den Medien sattsam bekannt ist – von Beispielen aus den Kirchen bis zur Odenwald-Schule. Womit er freilich auch andeutete, dass solche Vorfälle überall passieren können – und zwar dort, wo sich Kinder in der Obhut Jugendlicher und Erwachsener befinden. „Sexueller Missbrauch kann in allen Bereichen stattfinden“, ließ er anklingen und betonte, dass kein Bereich ausgeschlossen werden könne – egal, ob im Sportverein, in der Kirche und anderen Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Der TSV Stedesand ist bereits aktiv geworden und hat zwei Vertrauenspersonen bestimmt – für den weiblichen Bereich Nesrin Oechsler und den männlichen Dennis Freimuth. Für die präventive Arbeit wurden Handlungs- und Notfallpläne erstellt und ein Ehrenkodex formuliert. Ferner sollen die Übungsleiter ins Boot geholt und ihnen deutlich gemacht werden, dass sie für die Kinder im Übungsbetrieb Vorbild und die wichtigsten Personen sind. Den Kindern selbst soll Mitsprache möglich sein und zu ihnen Vertrauen aufgebaut werden.

Der TSV Stedesand mit seinen 650 Mitgliedern hat die Sechs- bis Zwölfjährigen in den Fokus des Präventionsprojekts gestellt. Der kleine Landverein setzt in seiner Präventivarbeit auch darauf, dass im Dorf jeder jeden kennt und dass „Abweichungen“ von der Normalität schnell rum sind. Im TSV-Vorstand unter dem Vorsitz von Heiko Jessen waren sich dessen Mitglieder einig: „Wir sind dabei!“ Und das nicht zuletzt auch mit dem Wissen, dass Vorkommnisse auch in einer ländlichen Region nicht auszuschließen sind. Einig war sich der Vorstand außerdem darin, dass man den Kindern zuhören und auf bestimmte Anzeichen sensibel reagieren müsse.

Lars Wulff gab dem Verein wichtige Hilfestellungen und Hinweise. Es sei mutig von Vereinen, das eigene Verhalten zu reflektieren. Den Trainern und Übungsleitern legte er ans Herz, auch genau hinzugucken und zuzuhören. Gewalt, gleich welcher Art, habe viele Facetten. Die Kinder dagegen gefeit zu machen – das sei am Ende „echt stark.“

 

 

 

 

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