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Selbstverteidigung : Stark dank selbstsicherer Ausstrahlung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kinder der Grundschule Ladelund-Achtrup haben in einem Lehrgang erfahren, wie sie Aggressoren abwehren, ohne selbst kämpfen zu müssen

Wie man sich in Gefahrensituationen richtig verhält – das haben alle 60 Kinder der Klassen 1 bis 4 der Grundschule Ladelund-Achtrup in einem Lehrgang in Sachen Selbstbehauptung gelernt. Godja Spaude, die Leiterin der Niebüller „Schule für KampfStil-Kampfkunst“, gab den Grundschülern dabei zahlreiche Tipps und Hinweise, wie es möglich ist, Aggressoren erfolgreich abzuwehren, ohne selbst kämpfen zu müssen.

Der Lehrgang fand am Schulstandort Ladelund auf Initiative der Schulleiterin Maren Jappsen-Gottburg statt, mit tatkräftiger Unterstützung der Außenstelle Nordfriesland-Nord des Weißen Rings. Der besondere Unterricht wurde auf drei Durchgänge verteilt. Jeder von diesen dauerte rund eineinhalb Stunden. In Anwesenheit von Susanne Borrett (Bordelum), der Außenstellenleiterin des Weißen Rings, unterrichtete Godja Spaude die Mädchen und Jungen in deren Turnhalle unter dem Motto „Theorie und Praxis im Einklang“.

„Der Fokus meiner Präventionsarbeit liegt darauf, die Kinder in die Lage zu versetzen, Gefahrensituationen erkennen und sich daraus lösen zu können und ihnen eine positive, selbstsichere Ausstrahlung zu vermitteln“, so die Expertin in einem Vorgespräch. „Denn wir wollen Gewaltaktionen schon im Vorfeld aus dem Wege gehen.“ All dieses leistete sie sodann im Verlaufe von Gesprächen, praktischen Übungen und Rollenspielen, die abschließend mit den Kindern vertiefend besprochen wurden.

Nach der Kontaktaufnahme zu den Mädchen und Jungen ließ die erfahrene Kampfsportlerin mehrere Kinder sich vor der Gruppe aufstellen und beurteilen, ob sie wie ein Täter oder ein Opfer wirkten. „Wer zeigen will, dass er keine Angst hat, muss den Rücken gerade und den Kopf hoch halten. Auf keinen Fall darf er verschämt auf seine Füße blicken“, lernten die Kinder. Bei ersten Übungen durften sie sodann mit „Siegerfäusten“ auf eine an der Wand lehnende Matte einschlagen, wobei der Daumen stets ausgeklammert wurde, um Verletzungen zu vermeiden. Sodann hieß es, mit voller Kraft ganzem Fuß gegen die Matte zu treten, ohne selbst dabei auszurutschen oder hinzufallen. Dabei erkannten die Kinder: „Wir haben ganz schön viel Kraft!“

Bei der Frage, wer auf dem Schulhof üblicherweise wen ärgere, setzte sich die Meinung durch, vorzugsweise „piesacke“ der Stärkere den vermeintlich Schwächeren. Deshalb komme es darauf an, seine Körpersprache entsprechend zur Schau zu stellen, ohne dabei jedoch sein Gegenüber zu provozieren. Für jemanden, der festgehalten wird und sich befreien möchte, zeigte Godja einen Trick, den Arm wegzudrehen und die umklammernde Hand wegzuschlagen. Dies wurde danach intensiv von allen geübt. Richtig erkannten die Kinder auch, dass Kraft nicht nur in den „Muckis“, sondern sehr wohl auch in der Stimme liegt und erfolgreich einsetzbar ist. Das zeigten sie sodann bei ohrenbetäubenden, „aus dem Bauch heraus“ gebrüllten „Nein“-Schreien deutlich auf.

Bei Rollenspielen wurde deutlich gemacht, dass Kinder sich nicht auf Gespräche mit ihnen nicht bekannten Erwachsenen einlassen sollten, auch wenn dies einen unhöflichen Eindruck hinterlassen sollte. Besser sei es, im Falle eines „schlechten Bauchgefühls“ vermeintliche Gefahren durch Menschen zu melden, die in Geschäften, der Schule oder im Bekanntenkreis anzutreffen seien. Fazit: „Selbstbewusstsein muss gezeigt, Selbstüberschätzung vermieden werden.“

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erstellt am 25.Nov.2015 | 17:52 Uhr

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