Sportliche Trecker : Stählerne Dieselrösser im Wettstreit

Der älteste Teilnehmer, Hans-Werner Anthonisen (78), mit seinem Lanz-Bulldog verfehlt den Ring nur knapp.  Fotos: cw
Der älteste Teilnehmer, Hans-Werner Anthonisen (78), mit seinem Lanz-Bulldog verfehlt den Ring nur knapp. Fotos: cw

25 Starter aus dem gesamten nördlichen Südtondern zielten mit ihren Oldtimern in Aventoft beim Treckerringstechen auf die Ringe

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03. Juni 2014, 05:00 Uhr

Zum ersten Mal in seiner Geschichte veranstaltete der Ringreiterverein Humptrup und Umgebung von 1980 ein Treckerringstechen für Jedermann. Als Festplatz hatte die Familie Andresen am Waldweg in Aventoft nicht nur ihr Areal zur Verfügung gestellt, sondern auch den Parcours mit vier breiten Galgen aufgebaut. Ausreichende Parkplätze, Imbiss- und Getränkestand sorgten für das Wohlbefinden der zahlreichen Zuschauer und immerhin 25 Starter aus dem gesamten nördlichen Südtondern mit ihren Oldtimer-Treckern. So lobte der Vereinsvorsitzende Egon Labatzki auch die sehr gute Organisation. 20 Doppeldurchgänge, unterbrochen von einer Pause, hatten die Akteure mit ihren teils skurrilen stählernen Dieselrössern zu absolvieren, so dass maximal 40 Ringe erzielt werden konnten. Viel Nostalgie kam auf beim Betrachten und dem vom dampfenden Dieselqualm begleiteten Sound der Oldtimer-Trecker wie Lanz-Bulldog, Eicher, McCormick oder Bukh, die früher treue Dienste auf den Höfen geleistet haben, heute aber viel zu klein sind und deshalb natürlich nicht mehr gebaut werden.

Ältester Starter war Hans-Werner Anthonisen (78) aus Uphusum mit seinem schmucken „Lanz-Bulldog 2016“, Baujahr 1958. Die Motorhauben waren bei einigen besonders gepflegten Treckern mit Decken überzogen, um bei einem abgefallenen Ring den Lack nicht zu beschädigen. Dieses war bei dem nostalgischen immerhin 22 PS starken „Allgeier“ von Karl Knutzen aus Braderup nicht nötig. Das Gefährt von 1949 hatte sein Opa seinerseits als ersten Schlepper auf dem landwirtschaftlichen Hof gegen die Pferde eingetauscht, so Karl Knutzen: „Der Trecker hat immer noch den ersten Lack.“ Vorsichtshalber führt er mit seinem dampfenden Stahlross immer einen Wassereimer mit. Während die meisten Oldtimer von ihren Besitzern nur noch als nostalgisches Hobby gehalten werden, muss der ein Zylindern 15 PS starke Fendt von Michael Bienemann aus Humptrup noch einmal wöchentliche ran. Obwohl schon 60 Jahre alt, dient der Oldtimer mit dem Freianbau einer Streukiste zum Streuen der Liegeboxen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Und auch das Ringstechen klappte hervorragend, denn immerhin belegte Michael Bienemann am Ende mit 30 erzielten Treffern den dritten Rang.

Der Sieg ging knapp an den Favoriten Maik Pinnau aus Braderup auf seinem IHC mit 35 Ringen vor Dirk Block (Süderlügum), der nur einen Treffer weniger erzielt hatte. Hans Andresen dankte allen Sponsoren, denn immerhin konnten die zehn Erstplatzierten schönen Preise mit nach Hause nehmen.

Trotz des etwas kühlen vorsommerlichen Wetters zeigten sich die Verantwortlichen wie auch die Teilnehmer sehr zufrieden mit dem Event, so dass eine Wiederholung im nächsten Jahr geplant ist.

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