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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 00:05 Uhr

Stadthalle wird zum Musik-Tempel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Harmonika-Club Niebüll gab sein 66. Jahreskonzert in der Stadthalle / Drei Orchester zeigten vor großem Publikum ihr Können

Der 1. Harmonika-Club Niebüll wartete am Wochenende in der Stadthalle mit seinem 66. Jahreskonzert in seiner Vereinsgeschichte auf und durfte sich dabei einmal mehr über ein „volles Haus“ freuen.

Wie immer waren an der Gestaltung des abwechslungsreichen Programms alle drei Klangkörper der Gastgeber aktiv beteiligt: das 1. und 2. Akkordeon-Orchester unter der Leitung von Martin Gehrke und das von Ute Schröder-Petersen betreute Schülerorchester. Bevor der erste Ton erklang, hatten die Gäste Gelegenheit, sich anhand einer unkommentierten Lichtbilderschau ein Bild von dem vielseitigen Clubleben zu machen und eine vom „Akkordeon-Centrum Brusch“ vorbereitete Ausstellung von Musikinstrumenten, wie sie beim Niebüller Harmonika-Club zum Einsatz kommen, in Augenschein zu nehmen. Sodann hieß Ingemarie Nielsen als 1. Clubvorsitzende alle Erschienenen willkommen und erinnerte sie an die herausragende Bedeutung der Musik in unserer Gesellschaft, wie sie einst schon der Schriftsteller Ernst Theodor Hoffmann zum Ausdruck brachte: „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.“ Ob es um die Integration von Menschen aus fremden Ländern und Kulturen oder um die Inklusion von Benachteiligten gehe, stets könne die Musik als Brücke und gemeinschaftsbildende Ebene der Begegnung fungieren. „Nur die Musik, die von echten Menschen vor einem aufmerksamen Publikum aufgeführt wird,“ so sagte Ingemarie Nielsen, „kann erreichen, dass sie von Herzen zu Herzen geht.“ Die letztgenannte These belegte sodann das in zwei Blöcken vorgetragene Konzert, im Verlaufe dessen die erwachsenen und jugendlichen Instrumentalisten spieltechnisch und stilistisch Erstaunliches leisteten.

Zunächst begeisterte das 1. Orchester sein Publikum durch drei klassische Beiträge: „Das große Tor von Kiew“ aus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, den „Kanon in D“ von Johann Pachelbel, dessen ostinate Basslinie sich inzwischen durch Hunderte von Kompositionen zieht, und den temperamentvollen „Danzon Nr. 2“ von Arturo Marquez, bei dem die Schlagwerker ihr exzellentes Können unter Beweis stellten. Das 2. Orchester wartete mit ein wenig volkstümlicheren Werken auf, von denen ein alt-irischer, sehr melodischer Reisesegen besonders zu Herzen ging. Jan-Over Wieder demonstrierte bei einem Solovortrag gekonnt „Tanzende Finger“, bevor das Orchester „Laras Thema“ aus dem Film „Doktor Schiwago“ zelebrierte. Dass der Schlager „Mit 66 Jahren“ von Udo Jürgens durch einen Spieler im weißen Bademantel angekündigt wurde, erregte allgemeine Heiterkeit. Nach der Zugabe „Like ice in the sunshine“ wurden eine Reihe von Mitgliedern für langjährige Treue zum Harmonika-Club geehrt: Sandra Schriever (für 15 Jahre der Vereinszugehörigkeit), Dennis Jacobsen und Uwe Nissen (20 Jahre), Marianne Andresen, Maike Friedrichsen, Andrea Nissen und Stephanie Fischer (25 Jahre) sowie Birte Kakeldey und Kathrin Tellermann (30 Jahre).

Das von Ute Schröder-Petersen sicher geleitete Schülerorchester eröffnete und beendete den Kanon seiner abwechslungsreichen Vorträge mit seiner seit Jahren bewährten Erkennungsmelodie: dem Gospel „And when the Saints go marchin` in“. Auch an „Onkel Igor aus Russland“, „Zwei glorreiche Halunken“ von Ennio Morricone und „Charivari“ von Konstanze Schleyer hatten die Zuhörer ihr Vergnügen. Jette Petersen bedankte sich solistisch souverän für „Erhaltene Blumen“, während das Akkordeon-Duo Nicky Friedrichsen und Sarah Steeffen einen „Straßenmusikanten“ musikalisch zum Leben erweckten. Als Zugabe spielten alle Angehörige des Schülerorchesters das Volkslied „Muss i denn zum Städtelein hinaus“. Beim Schlussblock der Darbietungen standen noch einmal das 1. Orchester und sein sehr elegant und präzise dirigierender Leiter, Martin Gehrke, im Fokus des musikalischen Geschehens. Sie bekannten sich als Anhänger der „Star Wars“-Filme, feierten den vor kurzem verstorbenen Komponisten und Sänger Udo Jürgens mit einem Schlagermedley und interpretierten stilsicher den temperamentvollen Tonsatz „Maracaibo“ von Mario Castellacci. Mit Dankesworten der 1. Vorsitzenden und mehreren Zugaben endete das mehrstündige, rundum gelungene Konzert.  

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