Bücherei : Stadtbücherei kratzt an Rekordmarke

Rund 3000 regelmäßige Leser haben der Stadtbücherei Niebüll im vergangenen Jahr fast 200 000 Ausleihungen beschert

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05. Januar 2015, 05:00 Uhr

Die Stadtbücherei schließt das Jahr 2014 mit stattlichen Erfolgszahlen ab. Dieses Fazit zog Büchereichef Ronald Steiner. Mit seiner Kollegin Anett Petersen bilanzierte er, was im kulturellen Zentrum der Niebüller Stadtmitte los war, wer kam und sich etwas zum Schmökern holte oder wer sich an dem einen oder anderen Angebot erfreute. Mit der „Onleihe zwischen den Meeren“ gab es auch mal wieder etwas Neues. Und überhaupt wurde die Stadtbücherei Niebüll ihrem Bildungsauftrag auch 2014 in vielfältiger Weise gerecht.

Onleihe? Seit Mai vergangenen Jahres können Leser der Stadtbücherei digitale Medien rund um die Uhr für bestimmte Zeit auf ihren PC, ihr E-Book oder ein anderes mobiles Endgerät herunterladen. Diesen Service nutzen bereits 163 Leser und haben sich seither 2806 Mal Lesestoff, Videos und ePaper herangeklickt. „Im Kreisvergleich liegt Niebüll nach Husum an zweiter Stelle“, so Steiner. Der Onleihe-Medienbestand umfasst 18  400 Titel in 39  500 Exemplaren. Ronald Steiner ist sicher, dass die Nachfrage nach digitalen Medien zunimmt. Übrigens kann man sich eBook-Reader bei der Bücherei auch ausleihen. Auf diesen Geräten stehen bis zu 25 Titel zur Verfügung.

Mit zurzeit 40  000 verschiedenen Medien ist die Stadtbücherei gut sortiert und bietet für jeden etwas. Mit 185  202 Entleihungen nähert sich die Bücherei dem Rekordjahr 2011 mit 186  459 entliehenen Medien. Gegenüber 2013 waren es zwei Prozent mehr. Die Schallgrenze von 200  000 Medien scheint nach den Worten Steiners durchaus noch erreichbar. „Aber dazu müsste die Innenstadt noch attraktiver werden.“ Mehr Kinder könnten es auch tun, weil Kinderbücher nach wie vor stark gefragt sind.

Die Bücherei zählt weiterhin einen Stamm von 3000 Lesern, die sich Stadt und Land zur Hälfte teilen. Bei der Ausleihe dominiert das gedruckte Wort mit 120  000 Medien. Auf den Non-Book-Bereich entfallen 60  000 Medien. Um selteneren Wünschen zu entsprechen, wurden von anderen Büchereien 1336 Medien geliehen – und umgekehrt 1465 Medien an Nachbarbüchereien verliehen.

Als lokale Bestseller waren unter anderem gefragt E.L. James dreibändiger Erotikroman „Shades of Grey“, Ken Follets Trilogie „Kinder der Freiheit“ sowie „Der Distelfink“ von Donna Tartt. Gut gingen weiterhin „Gregs Tagebücher“, von denen es bereits neun gibt. Gefragt aus dem Bereich Sachbuch waren Abhandlungen über Handarbeit, Garten, Kochen und Wohnen.

Mit den Jahren hat sich die Stadtbücherei zu einem Kulturtempel entwickelt. Nolde-Freund Werner Scholz stellte expressionistische Malerei aus. Der Schauspieler Wolfgang Welter las Pumuckel-Gruselgeschichten. Gerd Boll und Jochen Regelien erzählten buddhistische Geschichten. Übersetzer Friedhelm Rathjen kam am Ehrentag seiner Zunft nach Niebüll. Dr. Olaf Jessen berichtete über die Schlacht bei Verdun – und „Überflieger“ Jochen Missfeld las aus „Klaar Kimming“. Auch Herr Pettersson und Findus waren zu Gast und entzückten eine stattliche Kinderschar. Lammkönigin Kerstin I. las Schafgeschichten. Für dieses Jahr stehen einige Termine bereits fest. Unter anderem wird in einer weiteren buddhistischen Lesung erläutert, „wie die Dinge sind“. Der Sylter Manfred Degen wird wieder einmal ablästern und es werden sich die Kinder am 13. Januar um 16 Uhr über die erste Lesewelle 2015 freuen.

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