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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 08:53 Uhr

Stadt Niebüll stoppt Fahrradlawine

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Am Bahnhof gibt es zu wenig Stellplätze für Motor- und Fahrräder. Politik berät über eine Auslagerung der Motorradparkplätze

Die Stadt hat ein Problem mit Wildwuchs der besonderen Art: Mit steigenden Pendlerzahlen steigt auch das Fahrradaufkommen am Bahnhof Niebüll. Viele Syltpendler verzichten zunehmend auf Auto oder Bus und radeln stattdessen in Richtung Schiene. Das Ergebnis: wild geparkte Zweiräder, die die Bürgersteige blockieren und den Verkehrsfluss behindern. Politik und Verwaltung haben das Thema schon länger im Blick (wir berichteten). Jetzt erarbeiteten gleich zwei Ausschüsse in gemeinsamer Sitzung erste konkrete Lösungsvorschläge, um den „Wildwuchs“ einzudämmen.

„Fahrräder werden an Laternenmasten direkt vor dem Bahnhof oder dem Postgebäude angekettet – dadurch werden die Bürgersteige enger und Rollatoren und Fußgänger werden behindert“, berichtete Peter Schumann in der Sitzung von einer Ortsbegehung und zeigte aktuelle Fotos der Situation. Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Wirtschaft war sich sicher: „Diese Bilder zeigen, dass es Handlungsbedarf gibt.“ Stadtplaner Arno Behnemann stützte diese Beobachtungen mit Zahlen. Offiziell gebe es 363 Stellplätze zwischen NEG-Bahnsteig und dem Bahnhofsgebäude. „Tatsächlich stehen dort im Schnitt etwa 75 Falschparker“, so Behnemann. Bei den überzähligen Parkern handele es sich nicht nur um Fahrräder – auch Motorradfahrer stellten ihre Zweiräder gern außerhalb des vorgesehenen Bereiches ab. „Die effektivste Lösung“, schlug Arno Behnemann vor, „ist die Plätze und damit auch die Verkehrsflüsse zu trennen“. Durch diese Teilung und eine gleichzeitige Sanierung der vorhandenen Flächen, könnten etwa 140 zusätzliche Stellplätze gewonnen werden. Als mögliche Ausweichfläche für die Motorrad-Pendler nannte der Stadtplaner „das grüne Dreieck“ hinter der Bushaltestelle. Auf dem Rasenstück gibt es bisher rund 40 Stellplätze, die jedoch wegen der größeren Entfernung zum Bahnhofsgebäude weniger stark genutzt werden. „Bei dieser Variante hätten die Motorisierten den Nachteil, dass sie 50 Meter weiter gehen müssten.“ Karl Heinz-Schmidt, Vorsitzender des Ausschusses für Bau und Verkehr, erweiterte diesen Vorschlag: „Die Motorroller könnten auch zwischen Wasserturm und Bahnhofsgebäude abgestellt werden.“ Als weitere Variante wurde daraufhin noch der Parkplatz vor der ehemaligen Praxis von Dr. Albertsen genannt.

Direkte Zustimmung für die Teilung der Parkflächen kam von Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt: „Eine Trennung ist gut.“ Auch CDU- und SPD-Fraktion stützten eine solche Maßnahme. Bettina Fritzsche (CDU) und Thomas Uerschels (SPD) merkten in dem Zusammenhang jedoch ebenfalls an, dass die Stadt vor dem Hintergrund des zunehmenden Fahrradtourismus auch ein erweitertes Konzept für die ganze Stadt brauche. „Dazu können auch verschließbare Boxen für teure Fahrräder gehören“, so Fritzsche. Wichtig sei zudem, dass die Innenstadt noch mehr von den mobilen Gäste profitiere.

Die Mitglieder beider Ausschüsse einigten sich am Ende darauf, die Standortvarianten von der Verwaltung prüfen zu lassen, um dann in naher Zukunft endgültig über eine Lösung des Problems zu entscheiden.

 

 

 

 

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