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Feier in Leck : St.Martin ohne Katholiken gefeiert

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Festumzug und Aufführung zu Ehren des mildtätigen Bischofs fand nur in kleinerem Rahmen statt – dafür blieb es trocken.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 10:37 Uhr

Leck | Nur wenige Laternenläufer, kein Pferd oder Pony voran, keine Andacht in der katholischen St. Josef-Kirche, kein Kinderpunsch und keine Pfeffernüsse in der dänischen Kirche: Der traditionelle Martinsumzug ist in diesem Jahr zusammengeschrumpft. Einzig die 20 „Falken“ von den Pfadfindern Leck hielten ihre Fackeln hoch und brachten ein Leuchten in die besondere Veranstaltung zu Ehren von St. Martinus.

Alljährlich feiert die katholische Kirchengemeinde den Martinstag. 1993 hatte Pastor Michael Hinzmann-Schwan die Initiative ergriffen und zu einer gemeinsamen Veranstaltung aufgerufen. Nur wenig später hatte sich auch die dänische Kirche eingeklinkt. Seither marschierten jährlich am 11. November zwischen 100 und 200 kleine und große Bürger mit Laternen und Liedern durch den Ort.

An diesem Freitag war es anders. Die katholische Kirchengemeinde strich aus Personalmangel, wie es hieß, diesen Termin aus ihrem Kalender und trug ihn für den Nachbarort ein. Die St. Josef-Kirche in der Anackerstraße blieb also verwaist, die Andacht und der Laternenumzug von dort zur dänischen Kirche entfielen. Der beliebte Zwischenstopp bei den Dänen, wo früher heiße Getränke und Gebäck zur Stärkung gereicht wurden, erübrigte sich: Nun war hier der Treffpunkt.

Fünf Steppkes mit Lampions, ein paar Eltern und Interessierte fanden sich ein. Ob das Wetter schuld war? Schaurig war’s immer wieder am Tag, zur Martins-Aktion allerdings trocken. In der dänischen Kirche begrüßte Pastorin Henriette Knudsen die Leute und motivierte, das Martinslied zu singen.

Das scheiterte mangels Melodienkenntnissen. Also begnügte man sich mit „Laterne, Laterne“. Die kleine Schar machte sich auf den Weg und bot fast ein trauriges Bild, wenn nicht die „Falken“ mit ihren Fackeln den Weg gewiesen hätten. Schade auch, dass kein Pferd oder Pony voran trabte, „St. Martin“ alias Mera Schmidt musste zu Fuß gehen, während der „Bettler“, gespielt von Rose Ketelsen, an der St. Willehad-Kirche wartete.

„An uns liegt es nicht, dass so wenige Interessierte hier sind“, hielten die Pfadfinder Justin und Laura mit ihrer Enttäuschung nicht hinterm Berg. Die „Falken“ engagierten sich vorbildlich als Fackelträger, Spielleute für die Teilungsszene und Bäcker für die „Stutenkerle“ oder „Weckmänner“.

Mit diesen süßen Backwaren probten schließlich alle das Teilen nach dem Vorbild es heiligen Martin (316 – 397), der in einer eisigen Winternacht einem frierenden Bettler die Hälfte seines Mantels gab. Im Schein des Feuerkorbes vor der St. Willehad-Kirche wurde diese Szene nachgespielt, während Vikarin Jasmin Donath an die Martinslegende erinnerte. Musikalische Unterstützung beim Singen lieferten acht Bläser vom Martin-Luther-Bläserkreis.



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