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Nordfriesland Tageblatt

13. Dezember 2017 | 06:56 Uhr

Besichtigung : Spirituelles im Gotteshaus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Tag des offenen Denkmals“: Pastor Hans-Joachim Stuck führte durch die Karlumer St. Laurentius-Kirche.

von
erstellt am 09.Sep.2013 | 10:00 Uhr

Der „Tag des offenen Denkmals“ stand unter dem Thema: „Jenseits des Guten und Schönen - unbequeme Denkmale“. Er wurde auch in der 800 Jahre alten Karlumer St. Laurentius-Kirche gefeiert, die den ganzen Sonntag hindurch für interessierte Gäste für eine Besichtigung offen stand.

Das Programm wies als ersten Schwerpunkt eine von Pastor Hans-Joachim Stuck gestaltete „spirituellen Kirchenführung“ auf. Eine solche, so ließ sich der geistliche Chef der Kirchengemeinden Karlum und Ladelund vernehmen, unterscheide sich von einer normalen kunsthistorischen Führung dadurch, dass sie sich nicht mit den künstlerischen Werten der betrachteten Werke befasse, sondern vielmehr mit den von diesen ausgesandten Botschaften. „Wir haben es in Karlum weder mit einem Bau zu tun, der anstelle des christlichen Kreuzes Hakenkreuze in den Blickpunkt stellt, noch mit einem im Stile des Brutalismus gefertigen Betongebäude, in dem sich niemand wohlfühlt, sondern vielmehr mit einem echten Kleinod.“ Dennoch lohne es, auch in diesem nach Spuren des Unbequemen und für die Seele Sperrigem zu suchen. Beispielsweise mache die Enge und Härte des Kirchengestühls, einzuordnen zwischen hartem Meditationshocker und kuscheligem Fernsehsessel – durchaus Sinn, wenn man bedenke, dass dieses jeglichem „Kirchenschlaf“ entgegenwirke. Beim Anblick des Kruzifixes erkenne man Jesus als den, der trotz allen Leides über den Dingen stehe und dadurch Trost spenden könne, denn Herbert Grönemeier habe Recht, wenn er feststelle, dass sich jedermann mal „an dem Querbalken des Kreuzes“ stoße: „Die Augen, die geweint haben, sehen vieles besser.“ Das Bibelzitat („Also hat Gott die Welt geliebt ...“), an der Kanzel als dem Ort der Verkündigung sei nicht nur als einfacher Spruch, sondern als „Präambel“ und Leitlinie für die Auslegung aller christlichen Texte zu werten. Sie verdeutliche den „Glauben als Brücke zur Ewigkeit.“

Eine fünfminütige, vom sanften Ton einer Klangschale eingeleitete Meditation war umrahmt von zwei gemeinsam gesungenen Liedern aus dem Kirchengesangbuch. Ihnen folgte eine nachdenklich stimmende, unmittelbar ins Ohr gehende Musik, die Heike Reimers auf der Paschen-Orgel zelebrierte. Das gebetete Vaterunser und der abschließende vom Pastor erteilte Segen verwandelten die Kirchenführung am Ende noch in einen „Quasi-Gottesdienst“.

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