Spieleautor aus Leck startet durch : Spieleautor aus Leck kreiert Strategiespiel

Der Spieleautor Kai Starck (23) aus Leck wird am 18. November seine neueste Kreation präsentieren – die dann auch ausgiebig ausprobiert werden darf.
Der Spieleautor Kai Starck (23) aus Leck wird am 18. November seine neueste Kreation präsentieren – die dann auch ausgiebig ausprobiert werden darf.

Deutsch-dänischer Spieletag „Grenzenlos Spielen“ in Niebüll: 23-Jähriger Spieleautor präsentiert am Sonnabend neues Strategiespiel.

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16. November 2017, 04:30 Uhr

Niebüll | Eine besondere Premiere können Brettspiel-Fans in Niebüll am Sonnabend erleben: Auf dem deutsch-dänischen Spieletag – der am 18. November in der Nibøl Danske Skole gefeiert wird – präsentiert Kai Starck aus Leck ein Spiel, an dessen Entwicklung er beteiligt war und das weltweit vertrieben wird sowie jetzt den deutschen Markt erobert. Kolosse der Lüfte (Feuerland Spiele-Verlag) heißt die Erweiterung des Strategiespiels Scythe aus den USA – die es ab Dezember in Fachgeschäften und Onlineshops in Deutschland zu kaufen gibt. Gemeinsam mit dem Erfinder des ersten Spiels hat der 23-Jährige rund vier Monate an Regeln, Layout und Design getüftelt. Neu sind unter anderem, dass jetzt auch Luftschiffe mit dabei sind.

Ziel des grenz- und sprachüberschreitenden Spieletages „Spil uden grænser- Grenzenlos Spielen“ – der in diesem Jahr zum zweiten Mal in Nordfriesland stattfindet – ist es, ein gemeinsames Event für Menschen aus Deutschland und Dänemark anzubieten. Alte und Junge, Familien, Vielspieler und Interessierte können hier einen Tag lang bekannte und neue Spiele spielen. Veranstaltet wird das Projekt vom SSF (Sydslesvigsk Forening) die dabei von der nordfriesischen Gamer-Gilde (GGNF), „Die Anderen“, einer kleinen Gruppe spielbegeisterter Menschen aus Nordfriesland, unterstützt werden.

„Strategiespiele sind Nischenspiele – Scythe ist hier aber ein Kassenschlager“, sagt Kai Starck. Das Grundspiel – welches zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg spielt und in dem auch Roboter vorkommen – sei über 100000 Mal verkauft worden. Den in den USA lebenden Erfinder der Ursprungsversion, Jamey Stegmaier, habe er zunächst in einer Facebook-Gruppe angeschrieben und ihm seine Ideen – darunter den Einsatz von Zeppelinen – vorgeschlagen, sagt der Nachwuchsautor, der in Flensburg als Elektroniker arbeitet. Damit, dass der Amerikaner darauf eingeht und ihn fragt, ob die beiden zusammen eine Fortsetzung entwickeln wollen, hätte er nie gerechnet. Ungezählte Mails waren zwischen ihm und seinem Kollegen in den Staaten hin- und hergegangen, bevor er jetzt den Pappkarton mit dem fertigen Spiel in der Hand hält. „Das war nicht immer leicht, aber es hat Spaß gemacht“, sagt Kai Starck. Hinzu kamen ungezählte Testspiele online sowie am heimischen Küchentisch, an denen befreundete Spieler ebenso beteiligt waren wie Vater Thomas Starck, der den Spieletag mit organisiert. Dessen Leidenschaft – seit rund 30 Jahren trifft er sich ein Mal pro Woche mit einer kleinen Brettspielgruppe – hatte schließlich auch den Sohn ergriffen. Als Profi von der GGNF war Thomas Starck einer von rund 750 Menschen, die das Spiel wieder und wieder probten, bevor es auf den Markt kam. „Ich bin sicher, dass es nicht das letzte Spiel sein wird, das Kai entwickelt“, sagt der Vater und lächelt verhalten, aber sichtlich stolz. Konkrete Pläne könne er jetzt noch nicht preisgeben.
„Er ist der neue Stern am nordfriesischen Spielerhimmel“, sagt auch Kim Petersen vom SSF (Sydslesvigsk Forening). Es sei toll Spiele fernab vom Computer zu spielen - „zurück zur analogen Unterhaltung“ – der Bedarf sei da, sagt der begeisterte Spieler. Er sei überrascht, dass eine solche Aktion in Niebüll so toll funktioniere, während ähnliche Projekte in anderen Städten scheiterten. Woran das liegt, könne er nicht sagen.

Toll sei, dass sich „alle Spieler bei uns sammeln“ – dabei funktioniere der Austausch zwischen Deutsch und Dänisch „einwandfrei“, sagt Petersen. Die Aktion soll demnach Spielebegeisterte über die Grenze hinweg anlocken, und dadurch auch für die dänische Minderheit werben – die Sprache und das gemeinsame Interesse stehen dabei im Fokus. „Die Veranstaltung kann Barrieren brechen, auch da viele Besucher beide Sprachen sprechen und übersetzen, wenn es nötig ist“, sagt der Organisator.

Ein breites Angebot an den unterschiedlichen Spielen wird am Spieltag vorgestellt. Darunter auch Spielneuheiten, die die Experten gerade von ihrem Besuch auf der Spielemesse in Essen mitgebracht haben. Große Spieleverlage – darunter Asmodee, Pegasus, Kosmos, Hans im Glück, Feuerland Spiele uvm. – und lokale Firmen stellen Neuheiten zur und Verfügung und helfen mit Spenden. Rund zehn Profis leiten die Gäste an verschiedenen Tischen an, damit diese nicht von den langen Anleitungen abgeschreckt werden und gleich mit dem spaßigen Teil starten können.

Bis zu 300 Besucher erwarten die Veranstalter in diesem Jahr. Im November 2016 war der deutsch-dänische Spieletag zum ersten Mal in Niebüll gefeiert worden. Das Feedback, dass die Macher damals bekamen, war fulminant. Rund 200 Menschen waren damals dabei – unter ihnen Deutsch- und Dänisch-sprachige, zwischen fünf und 95 Jahren, Familien und Profispieler, die unter anderem aus Süddänemark und Südtondern kamen.

Deutsch-Dänischer Spieletag/Dansk-Tysk Spilledag: Sonnabend 18. November, von 12 bis 20 Uhr. Erwachsene zahlen 2 Euro, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre die Hälfte. Ort: Nibøl Danske Skole, Osterweg 67, 25899 Niebüll. Für Essen und Getränke ist gesorgt – zudem soll es eine Tombola geben. Facebook: spiludengraenser und grenzenlosspielen. Email info@spieletag-niebuell.de; Homepage www.spieletag-niebuell.de.

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