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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Spaß und pure Lebensfreude

vom

Schüler des Gymnasiums Föhr boten mit ihrem Musical "The Rockn Roll Party Queen" in der Stadthalle eine unvergessliche Show

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Niebüll | Kleine Schule ganz groß! 60 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Föhr zogen am Donnerstag in der nicht ganz ausverkauften Stadthalle eine sehens-, hörenswerte und nahezu schon TV-reife Show ab. Ihr Musical "The Rockn Roll Party Queen" entfachte stürmischen Applaus. Verdientermaßen, muss man den "Jungen Stimmen des Nordens" attestieren, die viele Talente in ihren Reihen haben.

Jedes Musical hat eine Story. Diese spielt in einer "Penne", in der nicht viel los ist: lustlose Pauker, gefrustete Schüler und ein sich zwischen Latein und Mathe dahin quälender Alltag. Jedes Fünkchen Abwechslung scheint willkommen.

Und als eines Tages die Idee von einem rockigen Tanzwettbewerb die Rede ist, in dem eine Party-Queen gekrönt werden soll, ist plötzlich der Bär los. Die Schulmauern bleiben zwar stehen. Aber durch die Klassenzimmer weht ein frischer Wind: Es wird gesungen, werden Tanzschritte geübt und - kurzum - gerockt , wie ein DIN A3 großer Flyer kündet, dessen Falz eine flower-power-bunte Gitarre ziert. Eine solche schnappt sich auch Direktor Radeberger, greift in die Saiten und mutiert zu einem Hippie, der wie ein junger Gott durchs Klassenzimmer flitzt.

Was sich fortan in der Schule tut, wird zum Inhalt dieses dynamischen Sing- und Tanzspiels. Aus der Menge der Schüler schälen sich Talente heraus, die ihre Klassenkameraden mitreißen. Alle können plötzlich tanzen, singen, spielen und in einer Weise agieren, die auch Zaungäste in den voller Leben sprühenden Wirbel hineinzieht. Die singend und tanzend erzählte Geschichte nimmt, angeführt von einer Live-Band, Fahrt auf und steuert auf das Finale zu, aus dem sich am Ende ein Siegerpärchen mit der Schärpe schmücken darf.

Im Musical werden Erinnerungen an zwar längst vergangene, doch lebendig gebliebene Epochen der U-Musik wach - angefangen in den Fünfzigern bei Bill Haley und seinen "Comets" bis hin zu den endlos laufenden Musical-Klassikern. Doris Rethwisch, Musikpädagogin am Gymnasium Föhr, hat aus der Fülle alter Ohrwürmer einen Hit zusammengestellt, den ihre Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr auf die Bühne brachten - und jetzt auch auf die Bühne der Stadthalle.

Die Besucher dieses denkwürdigen Abends in der Stadthalle erlebten eine Renaissance des Rockn Roll, weniger der kurz nach dem Krieg in den USA entstandenen Subkultur, sondern mehr dessen, in dem Lebensfreude und Spaß zum Ausdruck kommen.

Was sich musikalisch auf der Nordseeinsel und vor allem rund um das kleinste Gymnasium der Bundesrepublik tut, trägt die Handschrift der Musikpädagogin Doris Rethwisch. Sie ist nicht nur im Musikunterricht in der Schule, sondern auch in der Kirchen- und E-Musik zu Hause. Vor allem aber bildet sie Stimmen aus, unter diesen etliche talentierte Protagonisten aus dem Kreis der Jungen Stimmen des Nordens. "Sie stehen am Anfang und sind entwicklungsfähig", sieht sie mehrere ihrer Sängerinnen noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten. Außerdem schreibt die Wyker Studienrätin Bühnenaufführungen und Musicals mithilfe professioneller Choreografien.

Die Talentschmiede des Föhrer Gymnasiums liegt in der Chor-AG begründet und überspannt alle Jahrgänge sowie die etlicher Ehemaliger, von denen einige auch in der Stadthalle mitwirkten. Die "Jungen Stimmen" von der Nordseeinsel sind mittlerweile viel herumgekommen.

Dass sie auch den Weg nach Niebüll fanden, ist dem Sponsor Boy Rethwisch zu verdanken, dem Ehemann der Wyker Musikpädagogin. Und dass die "Stimmen", die übrigens einen astreinen Rockn Roll tanzen können, keiner Motivation für ihr Tun bedürfen, trägt auch die Handschrift ihrer Chefin. Kein Wunder bei den Standing Ovations, die die Föhrer Talente stets nach ihren Auftritten ernten.

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