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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 14:27 Uhr

Konzert : Spaß mit Orgel und Trompete

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Reihe „Bach im Carré“ gestaltete Prof. Dr. Ulrich Eckhardt aus Berlin mit viel Können und Humor ein Orgelkonzert

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 00:33 Uhr

„Was kann man an einem warmen Sommerabend wie dem heutigen Schöneres tun, als sich in unserer St. Dionysius-Kirche an Musik, einer Gottesgabe, zu erfreuen?“ Mit diesen Worten begrüßte Pastorin Antje Iser-Asmussen die im Dagebüller Gotteshaus zahlreich versammelten Zuhörer. Sie waren angereist, um den renommierten Virtuosen und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Eckhardt aus Berlin bei der Gestaltung seines Orgelkonzertes zu erleben. Dieses war eingebunden in das „XI. Orgelfestival Sönderjylland-Schleswig“ und zugleich Bestandteil der vom Interpreten selbst entwickelten Konzertreihe „Bach im Carré“.

Ulrich Eckhardt gastierte bereits zum vierten Male an der historischen Marcussen-Orgel aus dem Jahre 1866, zu deren Wiederherstellung er per Darbietung mehrerer Benefizkonzerte selbst erheblich beigetragen hatte. Er blieb auch seiner Gewohnheit treu, dem Publikum zunächst einmal das von ihm zusammengestellte Programm zu erläutern, um ihm Hör-Perspektiven aufzuzeigen und ihm auf diese Weise das mitdenkende Zuhören zu erleichtern. Immer für eine Überraschung gut, teilte er seinen Zuhörern mit, er werde die auf dem Programmzetteln ausgedruckten Titel in umgekehrter Reihenfolge aufspielen, denn diese entspreche, wie er beim Üben bemerkt habe, besser der Historie der Werke. Da die Orgel kürzlich ihr neuntes Register, die „Trompete“, zurückbekommen habe, werde er sich bemühen, dieses – wo immer es sich anbiete – besonders effektiv einzusetzen. Dieses Versprechen löste er ein.

Zum Auftakt ließ Prof. Dr. Eckhardt das wuchtige „Praeludium und Fuge in c-moll (BWV 546) von Johann Sebastian Bach erklingen, dessen erste Akkorde er selbst als des Komponisten „Anklopfen an die Himmelstür“ gewertet hatte. Das Praeludium bot dem Interpreten hinreichend Gelegenheit, sein ausgereiftes spieltechnisches Können und seine ausgeprägte Neigung zu zügigen Tempi zum Ausdruck zu bringen. Die vergleichsweise schlichter gesetzte Fuge erwies sich dennoch als an Klangschönheit ebenbürtig.

Es folgte die an Chromatik reiche „Fantasie und Fuge g-moll“, ein Jugendwerk des Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieser eifert darin stilistisch unüberhörbar dem Schaffen des von ihm wiederentdeckten barocken Großmeisters J.H. Bach nach, wobei sein eigener Hang zur Romantik dennoch immer wieder durchschimmert. Mit vier Choralvorspielen aus op. 122 von Johannes Brahms, deren cantus firmus zumeist im Sopran lag, kam ein weiterer Verehrer des Schaffens von Bach musikalisch zu Worte. Die kunstvoll gesetzten Kompositionen, gedacht als Hommage an Clara Schumann, waren zugleich die letzten vor seinem Tode.

Mit der Fuga sopra „Meine Seele erhebet den Herrn“, einer Choralfantasie zum „Magnificat“, stellte Ulrich Eckhard einen Wesenszug Bachscher Musik vor, der zu der Kraft und dem Prunk des einleitend gespielten Werkes in krassem Kontrast stand: „die emotionale Verinnerlichung bei gleichzeitiger Vergeistigung mit den Mitteln des kunstvollen Kontrapunktes“ (Eckhardt).

Als Dank für den lange anhaltenden Schlussapplaus am Ende des regulären Konzertes wartete der Orgelvirtuose als Zugabe noch mit einem mitreißenden „Spaß mit der Trompete“ auf, der für allgemeine Heiterkeit sorgte: eine von einem namentlich nicht bekannten, portugiesischen Komponisten verfasste „Battaille“, deren fetzige Angriffssignale – nur gelegentlich unterbrochen durch ruhigere Passagen – durch das Kirchenschiff hallten.

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