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Schule in Südtondern : Später Schulstart tut Kindern gut

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Emil-Nolde-Schule verschiebt Unterrichtsbeginn / Lehrer berichten von positiven Auswirkungen auf Konzentration und Wohlbefinden der Schüler

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 05:00 Uhr

Seit Beginn des neuen Schuljahres nach den Sommerferien gelten in der Emil-Nolde-Schule mit den Standorten Neukirchen und Wimmersbüll neue Anfangszeiten. War für die Kinder in Neukirchen bis dahin bereits um 7.15 Uhr und in Wimmersbüll um 7.30 Uhr Unterrichtsbeginn, so startet man nun erst um 8 Uhr (Neukirchen) und 8.20 Uhr (Wimmersbüll). Jetzt, nach sieben Wochen Schulzeit bis zu den Herbstferien, zogen alle Beteiligten ein rundum positives Fazit, so Schulleiterin Petra Christiansen.

Vor etwa zwei Jahren hat man das Thema bereits angepackt und seitdem mit Eltern, Schülervertreter, Lehrern und Schulverband diskutiert, da der Neukirchener Unterrichtsbeginn der früheste „weit und breit“ war. Nach dem Motto „wie fängt man an zu planen“ hat es mit Unterstützung des Amtes Südtondern zahlreiche Treffen gegeben, auch mit dem Kreis Nordfriesland und den Busverbänden. „Denn es ist wie ein mechanisches Getriebe, wo alles in einander übergreift, und wir haben versucht, alle Fakten zu optimieren,“ bestätigt die Schulleiterin, auch mit dem Ziel, dass die Kinder nicht viel später nach hause kommen als zuvor. So wurden Richtlinien für die Schülerbeförderung von der Schule erarbeitet und an die Busverbände gegeben, die diese fast zu 100 Prozent umsetzen konnten. Dieses war ein nicht ganz leichtes Unterfangen bei dem großen Einzugsgebiet des Schulverbandes, wo auch noch die Fahrten zu den weiter führenden Schulen berücksichtigt werden mussten. Es werden jetzt zwar ein paar Kilometer mehr gefahren, die auch einige noch nicht ermittelte Mehrkosten verursachen, „aber der Nutzen hieraus für die Schülerinnen und Schüler ist unbezahlbar“, so Petra Christiansen. Wie sie berichtete, hätten Schlaf- und Gehirnforscher herausgefunden, dass Kinder und Jugendliche einen anderen Biorhythmus haben als Erwachsene und viel später in Schwung kommen. Mit mehr Schlaf würden die Schüler motivierter und erfolgreicher lernen. Eine Leistungssteigerung hierdurch sei ebenfalls wissenschaftlich erwiesen. Dieses sei auch alles in die Abwägungen der Emil-Nolde-Schule mit eingeflossen.

Bisher klingelte für einige Schulkinder der Wecker bereits um fünf Uhr morgens. „Wir wollen, dass die Kinder zur vernünftigen Uhrzeit aus dem Haus und zur Schule gehen, denn sie waren vor der Umstellung zum Teil hundemüde in den ersten Stunden“, unterstrich die Schulleiterin. Es ist alles ruhiger und gelassener – in einer entspannten Atmosphäre – Schule geworden, bestätigen sowohl Petra Christiansen wie auch ihr designierter Stellvertreter und Berufskoordinator Axel Stein. Er war mitverantwortlich für die Erstellung der Zeit-, Bus- und Stundenpläne. „Es war eine Menge Arbeit, aber im Prinzip läuft jetzt alles recht gut, auch die Busse – bis auf den Streik“, schmunzelte Axel Stein. Hierbei war auch das notwendigen Pendeln einiger Lehrer zwischen beiden Schulstandorten wie auch die Betreuung der Offenen Ganztagsschule (OGS) zu berücksichtigen, die derzeit bis 15.30 Uhr ausgeweitet ist. Axel Stein lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den Busunternehmen. Auch alle Lehrkräfte finden die neuen Schulanfangszeit „super“, wie auch die Grundschulkoordinatorin Andrea Nissen und Hauswirtschaftslehrerin Astrid Krüger einhellig bestätigten. Die Kinder wirkten konzentrierter und aufmerksamer.

Dem pflichten die beiden Schulsprecherinnen Jeniffer Hüber und Natascha Jacobsen, beide aus der Klasse R 10, uneingeschränkt bei: „Es funktioniert prima, wir schaffen einfach mehr.“ Um Eingriffe in den Tagesablauf der Eltern zu vermeiden, ist aber noch ab 7.15 Uhr ein Betreuer in den Schulen, der aber kaum in Anspruch genommen werde, so Petra Christiansen. Die Eltern hätten die neuen Anfangszeiten positiv aufgenommen, wie die Schulelternbeiratsvorsitzende Doreen Schweikert erfreut bestätigte.

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