Schüler helfen Leben : Sozialer Tag bringt Ordnung in Pastorats-Schränke

Altes in die Tonne, Aktuelles zurück in den Schrank - Lena-Maria Strufe (l.) und Lisa Paulsen (re.) beim Aufräumen im Pastorat.Ursula Konitzki
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Altes in die Tonne, Aktuelles zurück in den Schrank - Lena-Maria Strufe (l.) und Lisa Paulsen (re.) beim Aufräumen im Pastorat.Ursula Konitzki

Im Pastorat Süderlügum krempeln Schüler die Ärmel hoch und nehmen sich der Arbeit an, für die niemand so richtig Zeit hat. Auch in der Grundschule ist Hilfe beim "Kulissenschieben" sehr willkommen.

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09. Juli 2008, 08:51 Uhr

Süderlügum | "Mal schauen, ob wir mit so viel Ordnung umgehen können", stellt der Süderlügumer Pastor Matthias Corves in Anbetracht der aufgeräumten Schränke im Pastorat augenzwinkernd fest.

Der "Soziale Tag" hat ihm fünf junge Damen beschert, die sich vier Stunden lang um liegen gebliebene Arbeiten kümmern wollen. Lena-Maria Strufe aus der 7. und Lisa Paulsen aus der 8. Realschulklasse der Matthias-Claudius-Schule im Süderlügumer Ortsteil Wimmersbüll räumen gerade eine Schrankwand im Besprechungszimmer des Pastorates aus. Sie sortieren nach Anweisungen des Pastors Zerfleddertes in den Papierkorb und stellen zusammen, was zusammen gehört.
In die Tonne damit

"Total Uraltes weg in die Tonne", sagt Pastor Corves und gesteht, "dass wir schon lange verzweifelt gegen unser Chaos in den Schränken kämpfen". Er habe die Anfrage der Schülerinnen, ob sie am "Sozialen Tag" im Pastorat helfen könnten, sofort bejaht. Mit den beiden Schülerinnen aus Wimmersbüll krempeln auch drei Schülerinnen der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll ihre Ärmel hoch. Es ist noch früh am Tag. Da kann viel geschafft werden, meinen die Jugendlichen.

Lisa Maria Lützen und Laura Petersen aus der Klasse 8 c der FPS falten im Büro die frisch gedruckten Gemeindebriefe und stecken sie in Briefumschläge. Wenn sie damit fertig sind, soll auch in der Gemeindeküche "Tabula rasa" gemacht werden. Das heißt, die Mädchen werden auch dort die Schränke ausräumen und säubern, Geschirr sortieren und neu ordnen. "Arbeit gibt es genug bei uns", stellt der Pastor fest. Nach den Aufräumarbeiten können die Gemeindebriefe ausgetragen werden, so das Wetter mitspielt und nicht gerade Wolkenbrüche drohen.
Schüler suchten Arbeitgeber selbst

Auf dem Friedhof wartet Friedhofsgärtner Holger Hansen, der sich ebenfalls über die Mithilfe bei gärtnerischen Arbeiten freuen würde. Sünje Lützen sorgt für einen klaren Durchblick; sie hat sich die Pastoratsfenster vorgenommen, die sie auf Hochglanz poliert. In der Süderlügumer Grundschule sind die Gymnasiasten Hanna Lea Petersen und Patrick Nahnsen (6 a und 6 e) und die Süderlügumer Realschülerin Berit Jacobsen (7. Klasse) bei der Arbeit. In der Turnhalle hatte die Theater AG unter der Regie von Chreste Jacobsen gerade Generalprobe für ihre "Kriminacht". Die drei Mädchen halfen mit, die Bühnenbilder ins rechte Licht zu rücken.

Die Motivation der Schüler, sich am "Sozialen Tag" zu engagieren, klingt identisch. "Wir wollen den armen Kindern auf der Erde helfen" (Lisa). "Wir möchten, dass sie eine Chance erhalten, gut leben zu können" (Lena-Maria). Aus in Lisas Klasse beteiligen sich mit einer Ausnahme alle Schüler am "Sozialen Tag". Von Lena-Marias 23 Klassenkameraden machen nur zwei nicht mit. Die FPS nahm als Schule geschlossen teil am "Sozialen Tag". Da hieß es "alle oder keiner". Jeder Schüler hat sich seine Arbeitgeber selbst gesucht. Möglich war es auch, den Eltern oder Großeltern zu helfen.

Der Lohn für die Arbeit am "Sozialen Tag" liegt im Ermessen der Arbeitgeber, die das Entgelt direkt auf das Konto "Schüler Helfen Leben" überweisen.

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