„Zielgerichtet in die Zukunft“ : Sonderpreis für Klixbüll

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5000-Euro-Dotierung: Gemeinde überzeugt beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

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07. Juli 2018, 08:00 Uhr

Die Gemeinde Klixbüll hat bei der Jury des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ offenbar Eindruck hinterlassen. Zwar ist es nicht der dritte, zweite oder gar erste Platz geworden, aber der mit 5000 Euro dotierte, erstmals ausgeschriebene Sonderpreis der IHK Schleswig-Holstein und der Handwerkskammer Schleswig-Holstein geht an die 978-Einwohner-Gemeinde in Südtondern. Die Goldmedaille hat das 591 Einwohner zählende Nindorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde errungen. Die Gewinner-Gemeinde bekommt eine Landes-Projektförderung in Höhe von 10 000 Euro, die sie mit 2500 Euro kofinanzieren muss.

Die einstimmige Entscheidung, Klixbüll den Sonderpreis zu verleihen, begründen Ulrich Spitzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Flensburg, und Stefan Seestädt, Handwerkskammer Schleswig-Holstein, folgendermaßen: „Die heute 981 Einwohner zählende Gemeinde hat aus einer komplexen Lage heraus bereits seit 1978 zielgerichtet in die Zukunft geschaut und wirtschaftliche Chancen in den Fokus genommen – und dies auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.“

Umsetzungserfolge seien bereits heute zu verzeichnen, heißt es weiter, wobei Vorgehen und Umsetzen sich an den von der UN-Generalversammlung verabschiedeten 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) orientierten.

Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer zeigte sich gestern höchst zufrieden. „Wir freuen uns sehr über den IHK- und Handwerkskammerpreis, zumal er einstimmig an uns erging, denn dieser wird letztendlich für Innovation vergeben, bei dem anderen Preis geht es mehr um das Dorfleben. Wir gehen unseren Nachhaltigkeitsweg unbeirrt weiter, denn nur darüber gibt es objektive Zukunftsfähigkeit.“ Schon bei der Bewerbung musste laut Schweizer angegeben werden, wohin die Siegprämie im eines Gewinns fließen wird: „In unserem Fall ist das die Weiterentwickung des Flugplatzes. Auch das hat den Entscheidern von IHK und Handwerkskammer vielleicht zugesagt“, so Schweizer.

In den vergangenen zwei Wochen hatte eine Jury alle Top-11-Gemeinden in Augenschein genommen, erst am Mittwoch hatte das Bewertungsgremium sich vor Ort ein Bild von Klixbüll gemacht (wir berichteten). Als Sonderpreisträger gehört die Gemeinde ebenso wie Treia (Silber, Kreis Schleswig-Flensburg, 1533 Einwohner) und Brokstedt (Bronze, Kreis Steinburg, 2046 Einwohner) zu den Platzierten und wird am 7. September im Gewinnerort Niendorf im Beisein von Ministerpräsidenten Daniel Günther ausgezeichnet.

Bis dahin wird es den Klixbüllern bestimmt nicht langweilig. Nach dem Motto „Teilen – das neue Haben“, das auch auf den E-Carsharing-Autos steht, bringen die Verantwortlichen gerne anderen Gemeinden ihr Dörpsmobil-Modell in Schleswig-Holstein und auch Niedersachsen näher – und darüber hinaus. „Nächste Woche gibt es einen Termin in Baden-Württemberg und auch aus Frankreich, aus der Gegend um Bordeaux, gibt es Interesse am Dörpsmobil“, so Schweizer.


Teilnehmen am Wettbewerb, der alle drei Jahre stattfindet, konnten Gemeinden bis 3000 Einwohner. Für die Endrunde des Wettbewerbs, der vom Landesministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration veranstaltet wurde, hatten sich neben den Platzierten qualifiziert: Bäk (Herzogtum Lauenburg, 901 Einwohner), Bargfeld-Stegen (Stormarn, 2.937 Einwohner), Borgstedt (Rendsburg-Eckernförde, 1570 Einwohner), Kirchbarkau (Plön, 813 Einwohner), Schmalfeld (Segeberg, 1950 Einwohner), Sehestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde, 842 Einwohner), 1533 Einwohner) und Westerhorn (Pinneberg, 1336 Einwohner).


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