Sonderausstellung in der Stadtbücherei

Die Region verdankt dem Künstler Hans Plutta viele Impressionen.
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Die Region verdankt dem Künstler Hans Plutta viele Impressionen.

„Das wahre Wesen der norddeutschen Landschaft“: 35 Jahre nach seinem Tod zeigt die Bücherei Werke des Niebüller Künstlers Hans Plutta

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20. Mai 2015, 14:40 Uhr

Anett Petersen, Anke Hansen und Ronald Steiner sind zufrieden mit der Resonanz: Die Stadtbücherei Niebüll zeigt noch bis Ende des Monats in einer kleinen Ausstellung Bilder von dem Niebüller Künstler Hans Plutta. „Ein Künstler, dem Niebüll viel zu verdanken hat; der vor 35 Jahren in Niebüll verstarb“, erklärt Büchereileiter Ronald Steiner. Das ist auch der Anlass der Spenderausstellung. „Die Bilder stammen aus öffentlichen und privaten Besitz“, so Ronald Steiner.

Hans Plutta (1902-1980) schuf im Laufe seines Lebens ein umfangreiches Werk, neben Porträts, Stillleben und Figurenbildern, eine nicht enden wollende Reihe von melancholisch anmutenden Landschaften. Boote, Schiffe und die Halligen bildeten dabei herausragende Motive. Hans Plutta wurde 1902 in Kiel als Sohn eines Kapitäns geboren. 1928 zog er nach Berlin und nach dem Krieg 1946 nach Niebüll.

In Niebüll wohnte Hans Plutta im Osterweg; er stellte nach dem Krieg unter anderem im Schuhhaus Schmäl aus. Seine Werke wurden als Hochzeitsgeschenke und als Präsente der persönliche Zuneigung zur Heimat geschätzt; denn er bildete wie kein Zweiter „sein“ Nordfriesland ab. Viele Niebüller schmückte mit seinen Bildern ihre Wohnzimmer oder Flure.

Friesenhäuser, Bauernhöfe, Landschaften, aber auch Boote, das Watt und die Halligen bildeten dabei herausragende Motive für den Künstler, der nicht nur in Kiel sondern auch in Berlin an der Kunstakademie studiert hatte. Meister wie Nolde, Barlach oder Rohlffs förderten ihn, luden ihn zur Jahresausstellung. Beeinflusst wurde er von der Neuen Sachlichkeit, aber er schuf seinen eigenen Stil, übernahm nicht die innere Distanz zum Dargestellten. Es ging ihm um das wahre „Wesen der norddeutschen Landschaft“. Wichtig war Plutta die naturgetreue Wiedergabe, die die Intensität seiner Darstellung ausmacht. Keine oberflächliches Zurschaustellen des Gesehenen, sondern ein „zur Ruhe kommendes sich Einlassen des Betrachters“.

Nach der Übersiedlung nach Niebüll widmete er sich mehr denn je der Landschaft. Immer wieder wanderte er durch die Marsch, über die Inseln und Halligen. In den 50-er Jahren kam eine mehr expressive Phase. Das einzelne Detail im Bild wurde nun geringer, die Landschaft wurde so insgesamt großzügiger, dennoch ausdrucksstärker dargestellt.

Hans Plutta schuf ein umfangreiches Werk, neben melancholisch anmutenden Landschaften auch Porträts, Stillleben und Figurenbilder. Typisch für Niebüll sind beispielsweise auch die Rummelpott-Kinder als Motiv; aber auch die Bilder der Reetdachhäuser, die längst nicht mehr stehen.

Dort starb er im Jahre 1980. Hans Plutta wurde mit Ausstellungen in der Sparkasse und im Richard-Haizmann-Museum geehrt, zuletzt 2002.

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