zur Navigation springen

Neujahrsempfang Leck : Solidarität und Zusammenhalt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Gemeinde Leck ehrt Reinhardt Schulz mit dem Bürgerpreis 2013. Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn lobte das Engagement der Bürger. „Jetzt erst recht“ war der Tenor in allen Ansprachen der Gastredner.

von
erstellt am 19.Jan.2014 | 18:37 Uhr

„Der eine oder andere hätte das ebenso verdient gehabt.“ Mit echter Bescheidenheit reagierte Reinhardt Schulz und freute sich über die Verleihung des Bürgerpreises 2013. Die Gemeinde Leck würdigte beim gestrigen Neujahrsempfang im Rathaus damit sein ehrenamtliches Wirken.

Reinhardt Schulz lebt seit 51 Jahren in Leck, war drei Jahrzehnte beim Aufklärungsgeschwader 52 tätig und trat dem DRK-Ortsverein Leck vor 20 Jahren bei. 1998 ließ er sich zum stellvertretenden Vorsitzenden wählen und übernahm 2002 das Vereinsruder. „Von Anfang an haben Sie die Seniorenbetreuung fokussiert, bieten Veranstaltungen unterschiedlichster Art an, leiten die Fahrten und sind Ansprechpartner für die Bereitschaft sowie des Jugendrotkreuzes“, listete der stellvertretende Bürgervorsteher Klaus Steen die Verdienste des 80-Jährigen auf. Schulz sei immer bereit, mit anzupacken, hieß es. „Für Sie bestand die Partnerschaft mit Birstonas nicht nur auf dem Papier, Sie haben sie mit viel persönlichem Engagement umgesetzt.“ Unter anderem stand Reinhardt Schulz bei der Gründung des Litauischen Roten Kreuzes und einer Altentagesstätte in Birstonas zur Seite, organisierte mehrere Hilfstransporte in die Partnerstadt und hält engen Kontakt zum dortigen DRK-Ortsverein. „Insgesamt sind Sie 21 Mal nach Litauen gefahren und haben rund 70 000 Kilometer zurückgelegt“, erklärte Schmidt.

Für seine engagierte Arbeit wurde Reinhardt Schulz übrigens vom Litauischen Roten Kreuz mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Seinen Dank drückte der DRK-Ortsvereinsvorsitzende so aus: „Eigentlich sollten hier 40 Ehrenamtler stehen, denn sie machen es möglich, dass wir im DRK so viel auf die Beine stellen können. Dafür danke ich ihnen wie auch allen Sponsoren.“

Hoffnung, Zuversicht und Dankbarkeit – das waren die drei roten Fäden, die sich durch alle Ansprachen hindurchzogen. Unter das Motto „Leck rennt“ stellte Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn seine Grußworte. Große Sorgen mache sich die Kommune immer noch um das Finanzamt und die geplante Zusammenlegung – wohin auch immer. Eine Herausforderung für die Bevölkerung sei diese Diskussion. „Wir benötigen die Arbeitskräfte hier“, machte Langbehn klar. Und dazu die jungen Familien. „Ein Drittel der Bevölkerung Lecks ist älter als 60 Jahre.“ Insbesondere der Abzug der Flarak mit rund 800 Mitarbeitern müsse nun aufgefangen werden. Die Gemeinde habe Geld in die Hand genommen, zukunftsorientiert investiert. „Da muss man sich irgendwann fragen, wofür das alles, wenn kein Mensch mehr da ist.“ Ein dickes Lob schickte Rüdiger Skule Langbehn in diesem Zusammenhang nach Niebüll. „Solidarität und Unterstützung haben wir dort erfahren, und dafür möchte ich einen Sonderapplaus.“ Den bekam er, und fügte hinzu: „So stelle ich mir ein Amt, so stelle ich mir Unterstützung vor.“

Große Hoffnung setzt Langbehn auf das Projekt Flugplatz. „Hier gilt es, etwas für Südtondern zu entwickeln.“ Das betreffe nicht nur Leck, die gesamte Westküste, der gesamte Norden sei Nutznießer neuer Strukturen, neuer Arbeitsplätze. „Mehr als 300 Hektar sind zu beleben. Es laufen spannende Gespräche.“ Langbehn dankte Vizebürgermeister Ingo Scholz, der viel wirtschaftliche Fachkompetenz eingebracht habe. „Das hätte ich so nicht leisten können.“

Der „Totalumbau“ der Grundschule sei ein Mammutprojekt, das von allen etwas abfordere. „Lehrer, Kinder und Eltern ziehen dabei an einem Strang.“ Auch diese Maßnahme sei zukunftsweisend, ein Muss, um junge Familien nach Leck zu holen. Sein Dank galt unter anderem der Bürgerstiftung und der Hermann und Irene Lampe-Stiftung für die wertvolle Unterstützung. Letztere hatte die Anschaffung neuer Sitzgelegenheiten für Eltern und Kinder ermöglicht. Und dann gestand er in eigener Sache: „Es macht mir Freude, in Leck leben und arbeiten zu dürfen. Es ist schön mitzuerleben, wie Leck rennt.“

„Gönnen Sie sich auch mal eine Pause“, mahnte Pastor Stefan Möbius anschließend. „Nur rennen bringt nichts.“ Er dankte allen, die sich für die Gemeinde engagieren. „Leck hat es verdient. Ich wünsche mir, dass Sie alle merken, dass es sich lohnt.“ Und mit Blick auf den neuen Kirchenkreis und die neue Nordkirche merkte er an, die kirchlichen strukturpolitischen Maßnahmen seien nicht besser als die staatlichen: „Ich glaube, wir werden nie erfahren, ob es sich, wie geplant, wirklich rechnet.“

Sven Lück, HGV-Vorsitzender, erinnerte an das 65-jährige Bestehen der Gemeinschaft, das B5-Fiasko vom vergangen Jahr. „Die Bundesstraße ist die Lebensader Nordfrieslands. Sie ist kein schwarzes, geldverschlingendes Monster. Und die Rahmenbedingungen müssen stimmen, wenn sich hier Gewerbe ansiedeln soll.“ Ein Verlust des Finanzamtes sei mit dramatischen und langanhaltenden Folgen verbunden. Lück dankte Ehrenamtlern, Bürgerfestvereinsmitglieder und den Bürgern für ihre Unterstützung, insbesondere beim Weihnachtsmarkt. „Für das neue Jahr wünsche ich mir gut ausgebaute Straßen, Gewerbeflächen, Parkplätze, eine noch lebendigere Gemeinschaft. Alle sind gefragt, sich einzubringen.“ Höhepunkt wird die HGV-Messe im Herbst sein. Der Verkauf der Weihnachtsrätsel-Lösungszettel habe 300 Euro erbracht. Das Geld überreichte Sven Lück an Vertreter der „Grundschule an der Linde“ für die Kinderfrühstückstafel, an die Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr.

Auf die Umstrukturierungen ging auch Fregattenkapitän Karsten Sinner, Kommandeur des Bataillons Elektronische Kampfführung 911, ein. „Wenn Leck rennt, dann ist die Bundeswehr im vergangenen Jahr gerast.“ Zwei Bemerkungen bescherten ihm einen tosenden Applaus: „Wir werden den Gewerbepark nicht blockieren, sondern die eine oder andere bauliche Maßnahme bezüglich der Zufahrt sichern“ und „Wir planen, am 27. September wieder ein Oktoberfest durchzuführen“. Sinner dankte der Bevölkerung für die Toleranz, die man den Streitkräften entgegengebracht habe und versprach, künftig bei verschiedenen Anlässen und Veranstaltungen präsenter zu sein. „Die Bundeswehr ist noch da.“



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen