Bundeswehr : Soldaten sollen Teil ihrer Orte sein

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Kommandeur Dr. Kassian Meesenburg hat die Geschäfte von Karsten Sinner übernommen / Seine Ziele: Vertrauen und soziale Integration

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02. Juli 2015, 17:12 Uhr

Mit einem feierlichen Appell trat dieser Tage Fregattenkapitän Dr. Kassian Meesenburg als Kommandeur des in Stadum beheimateten Bataillon Elektronische Kampfführung 911 an. Von seinem Vorgänger, Fregattenkapitän Karsten Sinner, übernahm Meesenburg einen Verband, der in den vergangenen drei Jahren eine Umstrukturierung in all seinen Aufgabenfeldern erfuhr, wie der scheidende Kommandeur während des Übergabeappells erklärte. Weg von einem ortsfesten Aufklärungsverband, hin zu einem Großverband mit mehr als 900 Soldaten sowie rund 150 Zivilbeschäftigten.

Nicht nur die in der Region bekannte „Kastagnette“ in Bramstedtlund zählt zum Aufgabenspektrum des Verbandes – ortsfeste Aufklärung, 365 Tage, 24 Stunden Dauerbetrieb. So wurde eine mobile Einsatzkomponente integriert, und der Verband ist als Leitverband für die Gestellung von Aufklärungspersonal im Kosovo-Einsatz weiterhin verantwortlich. „Das bedeutet auch, dass wir die einsatz-orientierte Ausbildung durchführen. Und auch die Betreuung während und nach dem Einsatz obliegt uns“, so Meesenburg. Darüber hinaus wurden alle Maßnahmen getroffen, um wieder eine Grundausbildung am Standort Stadum anzubieten. Zudem ist Meesenburg, Kraft seines Amtes, auch der Standortälteste für den Bereich nördliches Nordfriesland und somit für die Liegenschaften von der dänischen Grenze bis kurz vor die Tore Husums zuständig.

„Aufgaben, die die vielfältigsten Ansprüche an mich und meine Leute stellen. Doch das gemeinsame Abarbeiten, das gemeinsame und geschlossene Auftreten wird uns helfen, auch zukünftig die an uns gestellten Anforderungen zu erfüllen“, ist sich der Kommandeur sicher. „Ich möchte natürlich erst einmal, dass wir uns kennenlernen. Vertrauen aufbauen, um dann auch effektiv und zielorientiert unsere Aufträge erfüllen.“ Viele Themenfelder gibt es da sicherlich abzuarbeiten, wobei Meesenburg sich sicher ist, dass die Großbaustelle in der General-Thomsen-Kaserne nicht zwingend die Größte wird, die ihn und seine Leute thematisch fordern. „Wir sind voll im Zeitplan. Alle Arbeiten verlaufen planmäßig, so dass ich heute davon ausgehe, dass die gesetzten Zeitmarken bis zum Ende hin gehalten werden.“ Und das auch mit Blick auf den dann zu räumenden Bereich auf dem ehemaligen Flugplatz in Leck.

Doch nicht nur militärisch sieht Meesenburg sich gefordert. So möchte er den Prozess der sozialen Integration am Standort Stadum/Leck für die Angehörigen seines Verbandes vorantreiben. Für den gebürtigen Heidelberger, der mit Ehefrau und Kindern in Flensburg wohnt, fast ein Heimspiel. „Es ist mir ganz wichtig, dass wir nicht nur ab und an präsent sind. Die Leute sollen sehen und merken, dass wir da sind. Und das nicht nur, in dem wir mehrmals am Tag mit unseren Fahrzeugen durch Leck fahren.“ So sieht es der Kommandeur als gesichert an, dass das im vergangenen Jahr wieder aufgelebte Oktoberfest auch in 2015 und darüber hinaus stattfinden wird. Aber auch wenn es um Veranstaltungen wie Bürgerfest, den Weihnachtsmarkt oder den Neujahrsempfang geht, möchte er dort wieder ein stärkeres Auftreten der Bundeswehr. Denn: „Mit Blick auf die bereits ansässig gewordenen Soldatinnen und Soldaten weiß ich, dass sie sich hier wohl fühlen und wir in das Umfeld unserer Kaserne, das Bild der Bürger und den Alltag der Region gehören. Es ist für beide Seiten wichtig und gibt uns allen ein Heimatgefühl.“


Tag der offen Tür am 4. Juli


Im Rahmen eines „Tages der offenen Kaserne“ am Sonnabend, 4. Juli, 10 Uhr bis 17 Uhr, haben Interessierte dann auch gleich die Gelegenheit, in der General-Thomsen Kaserne dieses Heimatgefühl, mit ihrer Verbundenheit zum Verband und den Menschen vor Ort, zum Ausdruck zu bringen. „Während wir noch still mit einem Feldgottesdienst um 10.15 Uhr beginnen, öffnen ab 11 Uhr diverse Stationen und gewähren einen Ein- und Überblick in unseren Alltag. Bis 17 Uhr verwandelt sich dann das Kasernengelände am Langenberger Forst in eine große Spiel- und Ausstellungsfläche, auf der für Klein und Groß, Jung und Alt, viel zu erleben, erfahren und entdecken ist“, wirbt Fregattenkapitän Meesenburg. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den neuen Kommandeur einmal persönlich kennen zu lernen.

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