Joe Filisko und Eric Noden in Leck : "So muss natürlicher Blues klingen"

Gewannen neue Fans: Joe Filisko und Eric Noden.   Foto: Karin Johannsen
Gewannen neue Fans: Joe Filisko und Eric Noden. Foto: Karin Johannsen

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28. Oktober 2008, 09:06 Uhr

Leck | "Its great to be here", meinten Joe Filisko und Eric Noden aus Illinois, Chicago. Die Vertreter des heutigen akustischen Blues hatten bereits Konzerte in Hamburg, Wetzlar und Stuttgart gegeben. Nun waren sie ins Leck-Huus gekommen und spielten brillant mit einer Leidenschaft, die mitriss. Rund 50 Besucher ließen sich begeistern und forderten Zugaben. Viermal kamen die sympathischen Musiker diesen Wünschen nach.

Als eine absolute Sensation wurden "Filisko & Noden" angekündigt. Das war berechtigt, wie sich später herausstellen sollte. Otmar Löhrer, der für die Engagements in der Kultur- und Begegnungsstätte verantwortlich zeichnet, hatte über seine Kontakte zum Abi-Wallenstein-Management "zugegriffen". Dort hatte es geheißen: "Die sind gut, die müsst ihr haben!" Seit 20 Jahren hat sich beispielsweise Joe Filisko (21) der Musik verschrieben und ist inzwischen in der weltweiten Bluesharp-Szene eine Legende. In Deutschland unterrichtet er seit 2003 in Workshops, zu denen Musiker - "Leute aus mehr als 50 Nationen", wie er sagte - kommen. Ein Workshop hat gerade wieder in Trossingen begonnen.
Meister der Fingerstyle-Gitarre
Der wahrscheinlich versierteste Spieler von traditionellen Blues-Mundharmonikastile baut darüber hinaus Mundharmonikas für Spieler von Weltrang und hat sich dadurch als wegweisender Pionier verdient gemacht. Mit Eric Noden (38) dem Meister der Fingerstyle-Gitarre, tritt Joe Filisko seit 2004 auf. Ihre erste gemeinsame CD wurde im vergangenen Jahr von Kritikern und Fans zugleich in den höchsten Tönen gelobt.

Leck-Huus gab den richtigen Rahmen für das weit gereiste Duo, das sich anfangs gleich entschuldigte: "Wir sind arm an deutschen Worten, um nicht zu sagen, sie fehlen uns gänzlich, sorry." Dafür beeindruckten Filisko und Noden mit ihrem konzentrierten, professionellen Spiel. Sie intonierten ihren Blues ganz im Sinne der legendären Vorbilder wie Sonny Terry, Robert Johnson, Sonny Boy Williamson oder Gwen Foster im Stil der zwanziger und dreißiger Jahre. Neben gecoverten Songs boten sie eigene Stücke. Gesanglich wechselten sie sich ab, besonders die "schwarze" Stimme von Eric Noden schien "wie gemacht" für den Blues.
"So muss natürlicher Blues klingen."
Erstaunen herrschte, als der Mundharmonika-Spieler einen Plastik-Zahnputzbecher zum Verfärben des Klangbildes einsetzte. "Wir konnten nicht so viel Gepäck mitnehmen, deshalb haben wir uns etwas aus dem Hotel ausgeliehen", witzelte Joe Filisko über sein "High-Tech-Equipment. Dazu gehörte dann auch ein Draht-Kleiderbügel, den sich Eric Nodon um den Hals legte und als Halterung für sein Kazoo (einfaches Rohrblasinstrument) benutzte. Die Musik, mal mit lauten, mal mit leisen Tönen, schwermütig und auch heiter, gefiel. "So muss natürlicher Blues klingen", kommentierte ein begeisterter Zuhörer.

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