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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 06:42 Uhr

Skispaß der besonderen Art

vom

Der TSV Ladelund bietet Wasserskifahren im Naturbad für Groß und Klein an

LADELUND | Seit fast einem halben Jahrhundert unterhält der TSV Ladelund - als einziger ländlicher Sportverein im Bereich des heutigen Amtes Südtondern - eine Wasserski-Sparte. Zurzeit bildet er wieder jugendliche Anfänger aus, die an dem noch immer als exotisch empfundenen Sport sichtlich ihre Freude haben und deshalb klaglos so manchen Fehlstart, blauen Fleck und "Untergang" in Kauf nehmen.

Vier Jahre nach der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Naturbades Ladelund erkannte der Gastwirt Antoni Carlsen, der stets für technische und allgemeine Neuerungen im Alltag offen war, dass sich der durch Mergelförderung entstandene Badesee vorzüglich eignet, dort Wasserski zu laufen. Seinem Antrag, außerhalb des Schwimm- und Badebereiches sein Motorboot einsetzen zu dürfen, gab die Gemeinde Ladelund per Sondergenehmigung statt.

Und da die Idee des unternehmungslustigen Wassersportlers bei Freunden sowie dem Vorstand des sich gerade in einem Aufschwung befindlichen TSV Ladelund großen Anklang fand, ließ Antoni Carlsen im Jahre 1964 verlauten: "Wir haben ein neues Kind aus der Taufe gehoben: unsere Wasserski-Sparte." Die Gruppe um "Toni" sorgte dafür, dass sich auf dem Wasser schon bald ein reges Leben entfaltete.

Die Zuwegung zur Abfahrts- und Landestelle schuf sie sich per Eigenleistung. Für den Bau eines Anlegesteges steuerte die Vereinskasse einen Zuschuss für die Materialbeschaffung bei. Die Arbeiten führten die Mitglieder selbst aus. Für den Kauf einer 5 000 DM teuren Sprungschanze reichten die finanziellen Mittel nicht aus. Deshalb behalf man sich mit einer Schanze der Marke Eigenbau. Dank großzügiger Genehmigung der Landbesitzer wurde die Lehmbank, die den Badesee von seinem Nachbarsee trennte, durchstochen. Dadurch vergrößerte sich die zur Verfügung stehende Lauffläche von rund 15 000 auf etwa 40 000 Quadratmeter.

Für den größten Erfolg in der Geschichte der Sparte sorgte die Schülerin Marion Kraus, die 1970 in Schweich-Issel an der Mosel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in der Abteilung Weibliche Jugend b bis 16 Jahre den Sieg davontrug, nachdem sie ein Jahr zuvor bereits in Bayern der zweite Platz belegt hatte. Im Laufe der Jahrzehnte unterlag die Sparte großen Schwankungen. Von der Nutzung der Schanze hat man schon seit längerem Abstand genommen. Spartengründer Antoni Carlsen Senior lenkt noch immer voller Begeisterung sein Motorboot. Als aktueller Spartenchef fungiert sein Enkel Daniel.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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