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Kultur in Achtrup : Sinnlicher Glaube in Musik und Bild

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Während einer sakralen Feierstunde in der Achtruper Martin-Luther-Kirche zeigte das Gebhardt-Ensemble sein musikalisches Können

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 17:56 Uhr

„Zum Lobe des Herrn“, so lautete das Thema einer sakralen Feierstunde, die das Gebhardt-Ensemble in der gut besuchten Achtruper Martin-Luther-Kirche in einfühlsamer Weise gestaltete. Die Veranstaltung stellte zur Hauptsache ein geistliches Konzert dar, das sich inhaltlich – wie an einem „roten Faden“ – an der überlieferten Liturgie eines evangelisch-protestantischen Gottesdienstes orientierte, aber durch Rezitationen von Gedichten ergänzt wurde, die ihre heimischen Autoren – Carsten-Martin Johannsen (Rodenäs) und Hilde Christiansen (Risum-Lindholm) – selbst interpretierten. Durch die Präsentation eindrucksvoller, von Achim Goetze (Tinningstedt) kunst- und ausdrucksvoll gestalteter Gemälde, die Hiob in seiner seelischen Not und Christus in seinem sozialen Umfeld zeigten und vom Kunstmaler selbst erläutert wurden, kam der besungene Glaube an Gott akustisch und visuell überzeugend zum Ausdruck.

Den Bestandteilen der Liturgie hatte Horst Gebhardt, Leiter der Mitwirkenden, Pianist und Solo-Tenor in einer Person, bekannte Tonsätze zugeordnet, die den Zuhörern unmittelbar „ins Gehör“ gingen. Ausfindig gemacht hatte er die „Ohrwürmer“ in Kantaten und Oratorien, in Messen großer Meister, aber auch in Motetten oder Sammlungen von Liedern und Instrumentalstücken. Wie er sagte, sei es ihm wichtig gewesen, dass neben der arbeitsintensiven Probenarbeit als dem „Weg zu einem eventuellen Ziel“ der Spaß am Singen und Musizieren nicht zu kurz gekommen sei. Allen Mitwirkenden, die mit ihm bis zum Konzert „durchgehalten“ hatten, sprach er einen herzlichen Dank aus.

Vor dem Erklingen des ersten Tones fügte Horst Gebhardt eine Gedenkminute zu Ehren der Flüchtlinge und Opfer der jüngsten Attentate in Paris und aller Welt ins Programm ein. Anstelle eines Orgelpräludiums sangen die vom Klavier und Violoncello begleiteten Vokalisten als fröhlichen Introitus „Kommt, Seelen“ von Johann Sebastian Bach, wobei sie eine Strophe lang vom Cello bei der Melodieführung abgelöst wurden. Als vom selben Komponisten verfasstes „Kyrie“ folgte der flehentlich vorgetragene Chorsatz „Herr, erbarme dich“. Die gottesdienstliche Lesung wurde durch Gedichte von C.-M. Johannsen ersetzt, der unter anderem mahnte: „Behüte deine Träume, halte sorgsam Wacht, dass dich die Realität nicht zum Bettler macht.“ Das für drei Männerstimmen, Klavier und Cello arrangierte Schubertlied „Herr Jesus Christ“ zeigte ein romantisches Klangbild auf, dem der Lobgesang „Dem großen König“ von Ludwig van Beethoven folgte, in welchem der Chor verspricht, Gott Ehre zu bringen. Er klang aus mit der dringenden Bitte: „Gib Fröhlichkeit in jedes Herz!“

Die beiden gut aufeinander abgestimmten Sopranistinnen Angela Labatzki und Kirsten Lüders flehten – zusammen mit dem Cellisten Dirk Jacobsen – in einem von G.F. Händel vertonten Gebet leidenschaftlich um Trost, bevor das ganze Vokal- und Instrumentalensemble mit einem Lobgesang von Antoni Dvorák in den Jubel ausbrach: „Halleluja! Lobet den Herrn!“ Anstelle der Predigt warteten die Sängerinnen und Sänger mit einem andächtig zelebrierten Lob Gottes auf: „Gelobet sei Gott“ von M. Glinka. Dieses leitete über zur Präsentation der großformatigen, einprägsamen und unmittelbar und zu Gemüte gehenden Gemälde von Achim Goetze, darunter „Hiob“, „Christus am Marterpfahl“ und „Christus mit der Narrenkappe“. Das „Credo“ erklang in Form einer dreistimmigen, a cappella vorgetragenen Adaption eines gregorianischen Gesanges, gestaltet von den Tenoristen Markus Wladasch, Stephan Jahnke und Horst Gebhardt. Sodann wurde Mutter Maria mit einem Lied von Franz Schubert um Fürbitte angefleht. Bei der Arie „Allmächtiger Vater“ von P. Mascagni spielte Horst Gebhardt seine langjährige Erfahrung als Opernsänger aus, indem er das klangschöne Werk – sich selbst am Klavier begleitend – mit kräftiger, die Lautstärke variierender Stimme singender Solist erklingen ließ.

Auch das Dankgebet „ In Wahrheit ist es würdig und recht“, komponiert von Gabriel Fauré, beeindruckte das Publikum spürbar. Als weitere Highlights des Programms stellten sich heraus: „Vater unser im Himmel“ von Edward Grieg und das „Agnus Dei“ (Lamm Gottes) aus der Krönungsmesse von Mozart. Bei letzterem Vortrag wusste Angela Labatzki als Gesangssolisten zu gefallen. Ein hochromantischer Segen, verfasst von Robert Schumann, wurde von den instrumental begleiteten Männerstimmen vorgetragen, bevor Hilde Christiansen einige Gedichte aus eigener Feder sprach, die von dem Prinzip des Feinsinnigen und Einfachen zeugten, so auch bei dem von ihr geschaffenen „Dreiklang“.
 

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