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Enlassungsfeier FPS in Niebüll : „Sie können stolz auf sich sein“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Friedrich-Paulsen-Schule verabschiedete zahlreiche Abiturienten mit einer würdigen Feier.

In der vollbesetzten Südtondernhalle feierten Schüler, Eltern und Lehrer sowie zahlreiche Ehrengäste eine würdige Verabschiedung der Abiturienten. Eingerahmt wurde die Veranstaltung von fulminanten Auftritten des FPS-Chores und Orchesters unter der Leitung von Oliver Schultz-Etzold, dem Lehrerensemble und einer Schülerband. Keine Abifeier ohne Reden: Vor einer gewaltigen Bühnenkulisse, die die Schüler für das Abi-Motto „Abilymp“ fantasievoll gestaltet hatten, mischte Schulleiter Eckhard Kruse launige und ernste Worte.

Das Abi-Motto „Die FPS als Wohnort der Götter sprich Lehrer“ gefiel dem Pädagogen zunächst bestens, bevor er den Zusatz bemerkte „Wenn Götter gehen!“ Eckhard Kruse hakte nach: „Sie wollen den Bildungsolymp FPS wirklich schon verlassen? Es fängt doch gerade erst an, schön zu werden!“ Er verwies auf die auf acht Jahre gekürzte Schulzeit, bemängelte das „geklaute“ Schuljahr und übte Kritik: „Es war ein Wunsch der Wirtschaft, die hier wieder einmal die Bildungspolitik bestimmt hat.“ Eine überzeugende pädagogische Begründung habe es nie gegeben. Viel Arbeit in wesentlich kürzerer Zeit also für Schüler: Das „Pokern um Punkte“ habe es dennoch nur vereinzelt gegeben. Und: Es sei kein Abi zweiter Klasse. „Sie können stolz auf sich sein!“ rief der Schulleiter Abiturienten und Eltern zu und lobte die außerschulischen Leistungen.

Viel Lob bekamen die „herausragenden“ (Ex-)Schülersprecher Simon Busse, Ba Thin Tran, Jannik Kabelström und Momme Ritthoff. „Sie wollten, dass die FPS einen substanziellen Beitrag in der Flüchtlingshilfe leistet. Das haben Sie in beeindruckender Weise geschafft.“ Politisch wurde es danach: Eckhard Kruse betonte, dass im Zeitalter von Fake News, postfaktischen Meinungen und Desinformation, Urteilsfähigkeit und Vernunft von entscheidender Bedeutung seien. Die Abiturienten müssten in der FPS gelernt haben, dass man genau hinschauen muss. „Ich hoffe, dass die Schule ihrer Verantwortung als Wahrheit produzierender Institution gerecht geworden ist.“

Ingo Böhm, Vorsitzender des Schulverbandes, dankte dem „Kollegium und allen guten Geistern“, sah die investierten fünf Millionen Euro als „gut angelegt an“ und verglich den Lebenslauf mit einem Marathon. „Allerdings ist bei Ihnen der Weg das Ziel!“

Dr. Volker Mantey (Silbernes Abitur) gab in einem philosophischen Exkurs das „Denken lernen“ als Schulziel vor. Die Freiheit jeden Tag die Welt und auch sich selbst differenziert wahrzunehmen sei zu verteidigen und sei eine andauernde Aufgabe. Eine Bedrohung sei es jedoch, wenn man dabei nur um sich selbst drehe. Für das Leben gelte es, Haltung und Prinzipien zu entwickeln. Vergleichsweise locker ging Gold-Abiturient Hermann Markau an die Thematik heran. „Ratschläge will ich auch geben“, sagte der frühere Inhaber des „Domino“, „mit den Werten beziehungsweise Erkenntnissen Nächstenliebe, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und der Tatsache, dass jedes Lebewesen eine Seele habe, bin ich gut gefahren.“

Mit der Ausgabe der Zeugnisse endete die Verabschiedung. Besonders hervorgehoben wurden Annemarie Jessen und Carolyn Schwab, die ihr Abitur mit der Note 1,5 abschlossen. Zudem gab es Buchpreise und Sonderprämien für besondere Leistungen in Mathematik, Chemie und Englisch.

Das festliche Ereignis, das mit einem Song aus Sister Act mit dem Titel „Endlich Abitur“ mit rauschendem Orgelklang abschloss, löste stehende Ovationen der Schüler aus.

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