Senioren wünschen sich „Kümmerer“

Zum ersten Mal hat die Gemeinde Neukirchen gezielt Anregungen von älteren Mitbürgern eingeholt / Mehrgenerationenbauprojekt in Planung

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30. November 2013, 00:33 Uhr

Zum ersten Mal hatte die Gemeinde Neukirchen zu einem Seniorennachmittag eingeladen. Und das Interesse war groß: 95 Personen von 65 bis 94 Jahren füllten den Saal in der Gaststätte Rasch. Initiiert hatte die Veranstaltung der Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Kindergartenangelegenheiten.

Laut Gemeindeordnung gibt es eine Jugendvollversammlung, „aber wir möchten auch an das andere Altersende denken“, so die Ausschussvorsitzende Anke Asmussen. Bürgermeister Peter Ewaldsen ermunterte die Senioren zu Wortmeldungen: „Wir möchten Anregungen mitnehmen, um es künftig besser zu machen, aber auch von euren Erfahrungen profitieren.“ Zuvor gab er ein kleines Fazit, was die Gemeinde bisher dafür getan habe, „um sicher zu gehen, dass auch ältere Menschen bei uns im Dorf alles haben, was sie benötigen“. Dazu gehörten der Erhalt der Arztpraxis und des Kaufmannsladens sowie die Erneuerung der Straßenlaternen mit dem energiesparenden LED-Licht. Weiter warb der Bürgermeister für eine Breitbandversorgung in jedem Haus in Neukirchen. Mit dem schnellen Glasfaserkabel würden nicht nur die derzeitigen Telekommunikationsmöglichkeiten ausgeschöpft, sondern auch neue Wege wie zum Beispiel Tele-Medizin möglich, gerade für ältere Menschen.

Aus dem Senioren-Forum kamen insbesondere Beschwerden über zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer. Desweiteren wurde der ständig zunehmende Schwerlastverkehr und der schlechte Zustand der Straßen mit vielen Schlaglöchern bemängelt. Martha Ipsen, mit 94 Jahren älteste Besucherin der Seniorenversammlung, meldete sich zu Wort und bedauerte, dass es keinen Schlachter und Bäcker mehr im Dorf gibt. Weiter äußerten die Senioren Unmut über die Erhöhung der Hundesteuer, der Abzug der Polizeistation sowie der geplante Abriss der Leichenhalle. Letztere hätte aber Umrüstungskosten von rund 110 000 Euro verschlungen, so der Bürgermeister. Anregungen gab es zur Gestaltung des Deichmuseums und für die Schaffung einer Stelle eines „Kümmerers“ im Dorf. Dieser könnte insbesondere für ältere und hilfsbedürftige Personen ohne eigene Angehörige da sein.

Die sechs Gemeinden in der Wiedingharde werden demnächst eine Arbeitsgruppe bilden, um Mobilitäts-Konzepte für die betreffenden Bürgerinnen und Bürger zu erarbeiten. Für die Zukunft plant man in Neukirchen ein Bauprojekt für Generationen übergreifendes Wohnen.

„Danke von uns allen, dass ihr uns nicht vergessen habt, obwohl wir aus dem Arbeitsleben raus sind“, richtete Adolf Tüchsen unter großem Applaus an die Veranstalter.

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