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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 08:43 Uhr

Senioren im Klassenraum: Kooperation startet

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 15:28 Uhr

Im Rahmen des vom Land Schleswig-Holstein durch das Wirtschaftsministerium sowie Ministerium für Schule und Bildung geförderten Projekts „Regionale Fachberatung Schule-Betrieb“ hat die Emil-Nolde-Schule die erste Kooperationsvereinbarung mit einem Betrieb aus der Region geschlossen. Partner ist das Seniorenheim „Landhaus Nis Puk“ in Klanxbüll. Dessen Inhaber Jörg Henningsen und Schulleiterin Petra Christiansen unterzeichneten während einer kleinen Feierstunde in der Schul-Aula den Vertrag. Wie diese Partnerschaft in der Praxis ansehen soll, wurde gleich an eindrucksvollen Beispielen demonstriert. Denn Jörg Henningsen hatte nicht nur seine beiden Pflegedienstleiterinnen in die Schule mitgebracht, sondern auch acht Senioren, teilweise mit Rollator.

Gemeinsam ging es zunächst in die Sporthalle, wo sich vier der Heimbewohner unter Schüler der Klasse R 10 mischten, um unter der Leitung von Sportlehrerin Leena Roth, einer gelernten Physiotherapeutin, gemeinsam Gymnastik zu treiben. Nach einer Frühstücks-Stärkung verfolgten die Senioren dann den Geschichtsunterricht der R 10 bei Fachlehrer Kay Ingwersen. Thema: die Jugend in der NS-Zeit. Und nach einem Referat eines Schülers meldeten sich auch zwei Nis Puk-Bewohner, um aus ihren eigenen Erfahrungen als Kinder in der NS-Zeit zu erzählen.

Im Rahmen des Kooperationsvertrages mit dem Landhaus Nis Puk bietet die Schule künftig ebenso Computerkurse für die Bewohner an, wie gemeinsame Chor- und Theaterauftritte bei Weihnachtsfeiern oder Sommerfesten. Das Unternehmen selbst wird gemeinsame Technikkurse organisieren und die Berufe mit den verschiedenen Feldern sowie entsprechenden Schnuppertagen im Landhaus für Schüler darstellen. Dazu werden Praktikumsablaufpläne erstellt, die sich inhaltlich an den Ausbildungsrahmenplänen orientieren. Weiter sind gemeinsame Ausflüge der Senioren mit den Schulkindern geplant.

Jörg Henningsen legt Wert darauf, dass beide Seiten von der Partnerschaft profitieren, um Hemmschwellen abzubauen und Sozialkompetenz zu beweisen. „Wir brauchen die Schule in der Region, und unsere Mitarbeiter sind bereit, junge Menschen an die Hand zu nehmen“, unterstrich der Heimleiter. Dieses konnte Petra Christiansen bestätigen, denn verschiedene ihrer Schützlinge haben bereits ein Praktikum im Landhaus Nis Puk absolviert und waren anschließend voll des Lobes.

Motoren des Nachwuchsförderungsprogramm der Emil-Nolde-Schule sind die Lehrer Timo Arjes als Projekt-Initiator sowie der Berufskoordinator Axel Stein, der designierte stellvertretende Schulleiter. Als Sinn und Zweck erklärten sie unisono die Unterstützung der jungen Menschen bei der Berufswahl gemäß ihrer Fähigkeiten. Dazu soll die Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Unternehmen in der Region durch Praktika und Berufsorientierungstage intensiviert werden, um den Nachwuchs an den Arbeitsmarkt zu gewöhnen. Hierdurch können auch die Partnerunternehmen die Schüler aus der Region frühzeitig kennenlernen und ihren Firmen-Nachwuchs bereits früher rekrutieren.

Unterstützung erfährt die Schule mit ihrem Nachwuchsförderungsprogramm durch die IHK, Handwerkskammer sowie die Agentur für Arbeit.

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