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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 03:24 Uhr

Tradition : Sein letzter Weihnachtsbaum

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gärtnermeister Jan Boysen hat mehr als 45 Jahre lang ehrenamtlich die großen Tannen in der Stadt aufgestellt. Sein Nachfolger ist Mario Andresen.

Für Gärtnermeister Jan Boysen (65) ist mit der Weihnacht 2016 endgültig Schluss. Er stellte 45 Jahre lang die großen Weihnachtsbäume in der Stadt auf, ein Knochenjob.

In der jetzt endenden Vorweihnacht brachte er den letzter Baum an seinen Platz. Wie viele es bisher gewesen waren, hat er nicht gezählt. Die größten Tannen stellte er in den vergangenen Jahren auf dem Platz in der Mitte des Kreisverkehrs auf – dort, wo sie die Gäste der Stadt begrüßten. „Doch den schönsten Baum habe ich immer dem Rathausplatz am Eingang zum Weihnachtsmarkt zugedacht.“

Als es den Weihnachtsmarkt noch nicht gab, stand sein schönster Baum in der Nähe des Rathausplatzes: vor dem Amtsgericht, gegenüber von Godske Hansens Apotheke, nicht weit von Meesenburg, Jacob Martensen und Gustav Cohrt.

45 Jahre? Eigentlich waren es noch viel mehr. Vor Gärtner Jan Boysen war es lange Jahre sein Vater Johannes Boysen. „Zunächst waren es im Wald geschlagene Tannen, in jüngerer Vergangenheit Tannen aus Niebüll und der Umgebung und vornehmlich Bäume aus Hausgärten, die ihren Besitzern zu mächtig wurden“.

Der Aufwand, die Tannen heranzuschaffen wuchs, dementsprechend musste auch eine stärkere Logistik zur Hand sein – etwa ein Kran, den es vorher ebenso nicht gab wie eine Kettensäge, dann ein Transportfahrzeug mit einem Anhänger. Unternehmen wie die Firmen Martin Limbrecht und Carl Christiansen halfen beim Transport der Bäume, die bisweilen auch aus Dänemark importiert wurden. Später kam das Kranunternehmen Stümer hinzu.

Doch Muskelkraft und fachmännisches Know-how blieben trotz bärenstark-moderner Technik weiterhin gefragt – ebenso wie das liebevolle und stetige Engagement der freiwilligen Helfer, ging es doch um das vorweihnachtliche Flair in der Stadt.

Hinter allem stand und steht der HGV Niebüll. Und Jan Boysen zur Seite standen auch Betriebe wie Joachim Jensen und die Zimmerei Olaf Matthiesen mit Rat, Tat und schwerem Gerät. Künftig ist Mario Andresen als Nachfolger gefordert, Niebüll in Weihnachtsstimmung zu bringen, wie es eben nur der symbolhafte Tannenbaum vermag. Doch mittlerweile wird das Baumangebot aus den häuslichen Vorgärten knapp. Wenn das so weitergeht, werden die Wege länger und der Aufwand für die Ehrenamtlichen größer.

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