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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 06:55 Uhr

Frohes Fest : Sehnsucht nach Licht und Liebe

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bagaluten, die Gutes vollbringen und Lichtblicke in einer dunklen Zeit: Von der Wirkung der kleinen Gesten und Gaben

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wirklich? Doch, sagen die Pastoren und verweisen auf Christi Geburt als Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen. Sie sprechen von der Sehnsucht der Menschen nach Licht und Liebe in einer dunklen Welt. Und sie erzählen von den Lichtblicken in dieser dunklen Zeit.

„In der finstersten Zeit, da zünden wir überall Lichter an und versuchen,  liebevoll miteinander umzugehen, weil der Wunsch danach groß ist und weil wir etwas Gutes brauchen in dieser Zeit“, sagt Pastor Peter Janke aus Leck. In dieser Zeit seien die Menschen aber auch besonders verletzlich. Ein Streit am Heiligabend sei schlimmer als an einem anderen Tag. Wer einsam ist, vielleicht gerade den Lebenspartner verloren hat, blickt mit Bangen dem ersten Weihnachten ohne den geliebten Menschen entgegen. „Ich wünschte, es wäre schon vorbei“, bekommt der Pastor von den Betroffenen zu hören, denen er dann nur raten kann, zu den Kindern oder Freunden zu gehen, um in der Trauer nicht alleine zu sein.

Von den Menschen in der Trauer zu jenen, denen es gut geht. Er erlebe es immer wieder, sagt Pastor Janke, dass diese Menschen etwas Gutes in ihrem unmittelbaren Umfeld tun wollen. Da gibt es die kleinen Gesten wie das Päckchen, das man dem Nachbarn an die Tür hängt. Oder es wird gezielt nach Mitmenschen gefragt, denen es nicht so gut geht. Hier hilft Pastor Janke dann als Überbringer.

Neben den Gaben ist es auch einfach mal Zeit, die man einem Mitmenschen widmet. Ein bisschen Zeit am Heiligabend wollten einst auch fünf Konfirmanden aus Lindholm erkrankten Bürgern aus dem Dorf schenken und ihnen eine Freude machen. Sie haben ihren damals amtierenden Pastor Hans-Peter Spießwinkel mit dieser Aktion nicht nur überrascht, sondern auch eine besonders ergreifende Weihnacht beschert, weil es sich bei den Fünfen um eine Gruppe handelt, von der er das nie gedacht hätte. „Sie waren Bagaluten“, bekennt er freimütig und erinnert sich an Stunden im Konfirmanden-Unterricht, wo es nicht einfach war, die Jungen bei der Stange zu halten. Dennoch: „Ich hatte trotzdem einen guten Draht zu ihnen.“ Und dieser gute Draht war es wohl auch, der im letzten Konfirmanden-Unterricht vor Weihnachten die Frage auslöste, was denn der Pastor Weihnachten macht. Der listete das Programm mit den Gottesdiensten auf und erwähnte auch den Termin im Krankenhaus, wo er alljährlich am Heiligabend Menschen aus dem Dorf besuchte. Da wollten sie mitmachen, verkündeten überraschend die fünf Konfirmanden. Gesagt, getan, mit Verstärkung reiste der Hans-Peter Spießwinkel ins Krankenhaus. Auf der Station wurde für die Kranken Weihnachtliches vorgetragen. „Sie haben gerne und laut aus ganzem Herzen gesungen“, erinnert sich Pastor Spießwinkel an den vom Stimmbruch nur unwesentlich beeinträchtigten Wohlklang.

Die Sänger blickten in leuchtende Augen. Auch die Schwestern waren begeistert, erinnert sich Hans-Peter Spießwinkel Und die fünf Jungen? Sie waren bewegt und überrascht von der großen Wirkung ihrer kleinen Geste. Das sollte nicht ohne Folgen bleiben. Sie wollten es im nächsten Jahr wieder machen, versprachen die angehenden Konfirmanden. Sie haben das Versprechen gehalten.

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