zur Navigation springen

Segelfliegen : Segelsport kennt keine Altersgrenzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Luftsportverein Südtondern bietet in den Sommerferien Schnupperwochen an / Ältester Teilnehmer geht mit 80 Jahren in die Luft

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Zum festen Jahresprogramm des in Aventoft beheimateten Luftsportvereins Südtondern (LSV) gehören in den Sommerferien die so genannten Schnupperwochen auf dem idyllischen Segelflugplatz am Wald. „Hier wird Interessierten im Alter ab 14 Jahren bis hin zum Rentner die Möglichkeit gegeben, an das Fliegen herangeführt zu werden“, erklärt Claus von Essen. Wie er weiter hervorhebt, ist das Teamwork und der Gemeinschaftssinn für die Flieger ganz wichtig. Jeder muss mit anpacken, damit ein Segelflugzeug in die Luft gehen kann. Die Schnupperer müssen beim Start helfen, die Flugzeuge aus der Halle rollen, sie durchchecken und nach der Landung wieder zurücktransportieren. Am schönsten ist für die Gäste natürlich das Fliegen selbst, auf dem Flugschülerplatz zu sitzen und den Steuerknüppel in der Hand zu halten.

Die 15-jährige Schülerin Christina Juhl aus Uphusum probierte in dem doppelsitzigen Segelflugzeug „Schleicher ASK 13“. Dabei hatte der hinter ihr sitzende Fluglehrer Wilhelm Merzeních alles unter Kontrolle. Die Einführung in das Segelfliegen wird für gewöhnlich sowohl mit dem Windenstart wie auch mit dem Flugzeugschlepp praxisnah vermittelt. In der zweiten Woche machte allerdings das Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Nach den heftigen Regenfällen waren nur noch Starts im Schlepp mit dem Motorsegler „Scheibe SF 25 C Rotax Falke“ vorweg möglich. So ganz nebenbei gab es auch noch so manche theoretische Einweisung. Außerdem stehen den Kursteilnehmern auch noch Flugzeugsimulatoren zur Verfügung. Dass es für das Segelfliegen keinerlei Altersbeschränkung gibt, beweist der fast 80-jährige „Ulli“ Korn aus Süderlügum. Obwohl noch voll im Berufsleben nutzte er als ältester Flugschüler beim LSV auch die Schnupperwochen für den einen oder anderen Start.

Hervorragende fliegerische Leistungen gab es zu Beginn der Flugwochen von den Flugschülern Jan Jendrziak und Stefan Czipulowsky, die beide schon vor geraumer Zeit ihre theoretischen Prüfungen erfolgreich abgelegt hatten. Als Teil der Ausbildung hatte jeder noch mindestens eine 50 Kilometer-Strecke alleine über Land zu fliegen. Dafür muss der „Wettergott“ mitspielen und für eine gute Thermik sorgen. Jeweils im Einsitzerflieger machen sich die Aspiranten auf die Strecke Richtung Flensburg und weiter gen Süden. Stefan Czipulowsky landete nach fast zwei Stunden Flugzeit und mehr als 60 Kilometern nahe der Autobahn auf einer Grasfenne bei Bollingstedt. Jan Jendrziak trug es sogar über 70 Kilometer bis Nübel-Moor, wo für ihn dann auch die Thermik zu Ende war und er auf einem Stoppelfeld landen musste. Die Rückhol-Teams für beide Piloten standen schon bereit, um die Flugzeuge vor Ort auseinander zu bauen, auf die Spezialanhänger zu verstauen und nach Aventoft zurück zu bringen. „Für Segelflugzeuge ist es nicht ungewöhnlich, außerhalb von Flugplätzen zu landen“, betont Claus von Essen, „denn diese sogenannten Außenlandungen müssen auch geübt werden.“ Die beiden glücklichen Piloten hatten natürlich viel zu erzählen. Da sie damit ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, sind sie von Fluglehrer Adalbert Schulz jetzt beim Verkehrsministerium in Kiel zur praktischen Prüfung angemeldet und dürften demnächst ihre Lizenz erhalten.

Am letzten Flugwochenende wurden die Flieger in Aventoft noch mit einer sehr guten Thermik belohnt, die Flüge bis zu 1500 Meter Höhe ermöglichte. „Alles was fliegen konnte, auch die altehrwürdige Minimoa, war dabei in der Luft“, freute sich Adalbert Schulz. Den Abschluss der Schnupperwochen bildet ein Sommerfest mit Grillen auf dem Flugplatzgelände.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen