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Seenotretter lassen Kindheitstraum wahr werden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kaum zehn Minuten an Bord, schon durfte er zum Einsatz mitfahren: „Mein Kindheitstraum ist wahr geworden: Ich habe für einen Tag bei den Seenotrettern angeheuert!“ Der Rheinländer Thomas Stasch erlebte ein Wochenende in Laboe bei Kiel den Alltag auf dem Seenotrettungskreuzer Berlin. Der Siegburger ist der Gewinner des Online-Wettbewerbs „Werde Seenotretter für einen Tag“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Als Freizeitskipper hatte Stasch bislang lediglich eine Ahnung davon, was es bedeuten kann, rauszufahren, wenn andere reinkommen. Wenige Stunden bevor er an Bord der Berlin gehen durfte, bekam er nun am eigenen Leib zu spüren, was die Seenotretter im Extremfall leisten müssen.

Um bestmöglich auf seine Aufgabe vorbereitet zu werden, absolvierte der 43-Jährige zunächst ein anspruchsvolles Überleben-auf-See-Training. Dafür stellte die Firma Offtec den Seenotrettern ihr modernes Ausbildungszentrum in Enge-Sande zur Verfügung. Bei mehr als zwei Metern Seegang, Sturm und Dunkelheit trieb er im Überlebensanzug gemeinsam mit Seenotrettern im Wasser, lernte den Umgang mit der Rettungsweste und musste eine Rettungsinsel besteigen. „Mein Respekt vor den Seenotrettern ist dadurch noch gewachsen“, sagte Stasch nach dem Training.

Wenige Stunden später heuerte er auf der DGzRS-Station Laboe an. Bereits wenige Minuten nach seiner Ankunft fuhr er den ersten Einsatz mit: Eine mit fünf Seglern besetzte Yacht mit Motorschaden benötigte die Hilfe der Seenotretter. Auf der Fahrt zur Position nahe Kiel Leuchtturm erläuterte Seenotretter Henry Hildebrandt dem Gewinner die richtige Technik zur Übergabe der Wurfleine. Vor Ort genügte Thomas Stasch ein einziger Wurf. Die Segler holten die Schlepptrosse nach, und innerhalb kürzester Zeit war die Schleppverbindung hergestellt.

Am nächsten Morgen forderte ihn die Männer-WG auf See turnusgemäß um 7 Uhr für die Bordroutine: Frühstück machen und „Rein Schiff“ standen an, bevor es mit der Berlin zur Kontrollfahrt auf die Ostsee hinausging. „Das Gefühl, bei voller Fahrt neben dem Vormann auf dem oberen Fahrstand zu stehen, war unbeschreiblich“, sagte Stasch.

Zwischen Ende Mai und Anfang August hatten sich rund 600 Frauen und Männer beim Wettbewerb „Werde Seenotretter für einen Tag“ um den Platz auf der Berlin beworben. Sie mobilisierten Freunde und Bekannte, um Stimmen zu sammeln. Am Ende gehörte der Rheinländer Stasch zu den zehn erstplatzierten Bewerbern, unter denen der Gewinner ausgelost wurde. 


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erstellt am 03.Sep.2015 | 12:00 Uhr

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