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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:33 Uhr

Green Screen : Seekühe mit anderen Augen sehen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Friedliche Kolosse, wildes Sri Lanka und unter Störchen: Am Donnerstag, 27. August, ist das Naturfilmfestival Green Screen zu Gast in Niebüll

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Das Naturfilmfestival Green Screen geht auf Tournee – und macht am Donnerstag, 27. August, auch in Niebüll Station. Um 18 Uhr beginnt im Ecks Kino die kostenlose Filmvorführung, die den Lesern des Nordfriesland Tageblatt faszinierende Einblicke bieten wird. Und nicht nur das: Bereits zum fünften Mal soll der Publikumspreis für das Naturfilmfestival Green Screen ermittelt werden. In diesem Jahr werden nicht nur die Leser der Regionalzeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages ihren Naturfilm-Liebling wählen, sondern auch Natur- und Filmfreunde im dänischen Sonderburg an der Abstimmung teilnehmen.

Die drei für diesen Preis nominierten Filme bilden wie jedes Jahr ein breites Spektrum des Naturfilms ab: „Wildes Sri Lanka“, „Seekühe mal ganz anders“ und „Leben unter Störchen“. Der Publikumspreis ist laut Veranstalter bei den Filmemachern, die im September aus aller Welt zu Green Screen kommen, besonders beliebt, weil er ein direktes, demokratisches Votum der Zuschauer ist. Die weiteren Preise, etwa für „Beste Kamera“ oder „Bester ökologischer Film“, werden durch Experten in einer Jury ermittelt. Die Preise werden am 12. September auf einer Gala mit rund 500 Gästen in Eckernförde verliehen.

Ein Anwärter auf den Publikumspreis ist „Seekühe mal ganz anders“. 600 Kilogramm pure Freundlichkeit – die Seekuh, auch Manati genannt, ist nicht gerade eine Postkartenschönheit. Aber Seekühe sind die friedlichsten Kolosse, die die glasklaren Flüsse und die Meeresküsten Floridas bewohnen. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Fressen von Wasserpflanzen. Die Weibchen kümmern sich aufopferungsvoll um ihre eigenen und die Jungen anderer Mütter.

Aggressives Verhalten ist ihnen völlig fremd. Lediglich bei der Paarung geht es rund. Dann verfolgen oft mehrere Bullen eine Kuh, manchmal wochenlang, bis sich das Weibchen für den zukünftigen Vater ihres Jungen entscheidet. „Wenn man das Glück hat, Seekühe über längere Zeit beobachten zu können, merkt man, dass das Bild des dicken Langweilers völlig falsch ist. Seekühe sind aktive, verspielte und intelligente Tiere“, erzählt Filmemacher Ulf Marquardt.

Der Film „Hamiltons Abenteuer“ konnte nur entstehen, weil sich die Filmemacher ausgiebig Zeit nahmen, die Geheimnisse der Seekühe zu lüften. Zum ersten Mal ist die Paarung der Seekühe zu sehen, die üblicherweise von neugierigen Blicken verborgen in trüben Gewässern stattfindet. Auch die wilden Spiele halbwüchsiger Seekuhbullen waren so noch nie im Film zu sehen.

„Hinzu kommt der Titelheld unserer Geschichte, Hamilton“, so Marquardt. „Eine bestimmte Seekuh über mehrere Jahre zu begleiten und ihre dramatische Lebensgeschichte zu erzählen ist bislang noch keinem Filmteam gelungen.“
Neben seltenen Aufnahmen der Seekühe zeigt der Film weitere beeindruckende Aufnahmen der grandiosen Natur Floridas: Unterwasseraufnahmen der skurrilen Schlangenhalsvögel sind ebenso zu sehen wie die spektakulären Jagdstrategien der Delfine. Marquardt: „Am Ende wird der Zuschauer die scheinbar schwerfälligen Seekühe mit anderen Augen sehen und Hamilton in sein Herz geschlossen haben“.

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