Ausstellung : Schwungvolle Kleider in Rodenäs

Gabriele Beismann vor ihrer Arbeit 'Schrittmacher' im Zollhaus bei der Eröffnung der Ausstellung.
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Gabriele Beismann vor ihrer Arbeit "Schrittmacher" im Zollhaus bei der Eröffnung der Ausstellung.

Kulturhäuser zeigen bis 5. August Werke einer in Dänemark lebenden Künstlerin mit nordfriesischen Wurzeln.

shz.de von
07. Juni 2018, 04:00 Uhr

Rodenäs | Eine Ausstellung mit dem Titel „Rotrotrot sind alle meine Kleider“ wird jetzt in der Kulturstation Zollhäuser in Rodenäs gezeigt. „Das Besondere der Bilder ist, dass sie in zwei Ebenen gearbeitet sind: Im Hintergrund das gemalte Bild in dunkleren, braunen Farben und etwa fünf Zentimeter darüber mit weiß auf einer Glasplatte eine Zeichnung“, beschreiben die Veranstalter ihren ersten Eindruck der Bilder von Gabriele Beismann, die sie vor rund einem Jahr in Dänemark entdeckt hatten.

Die Bilder der Ausstellung in Südtondern gehören verschiedenen Themenkreisen an: Darunter „Lebenslauf“ – mit Bildern der Kindheit; „Schwimmer“ sowie „Ortsbestimmung“; „Fernenähe Naheferne“ und „Rotrotrot sind alle meine Kleider“, das auch als Vorlage für den Titel diente.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Nähmaschinen-Nähte.
Beismann

Erst auf den zweiten Blick erkennt man die Nähmaschinen-Nähte.

 

Zu diesem Thema sind in einem Teil der Ausstellung Bilder von 2010 und 2016 zu sehen, mit Kleidern in „schwungvoller, leichter Bewegung“, heißt es. Erst auf den zweiten Blick sieht man, in ihnen ist gestickt, und die Umrisse sind zum Teil mit der Nähmaschine gezeichnet. „Man möchte die Bilder berühren, um zu prüfen, ob das Auge sich nicht getäuscht hat“, heißt es. Für den Betrachter ist die Lust am Experiment zu spüren.

Gabriele Beismann hat unter anderem an der Korallenausstellung im Westküstenmuseum mitgehäkelt. Wiederkehrende Motive in Ihren Arbeiten sind schablonenhaft schreitende Menschen, Zahlen und auch Häkeldecken. Landschaften und Karten bilden den Hintergrund und „wecken Gedanken an eigene, vergangene und gegenwärtige Orte, Menschen und Verbindungen“, teilten die Initiatoren mit.

Gabriele Beismann wurde 1959 in Flensburg geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Emmelsbüll und auf Föhr. Die Serie mit Titeln wie „Shööl-Schutz“, „Sehnsucht-Längen“, „Kiming-Horizont“ und „Hiimstoun“ lässt ahnen, was sie meint, wenn sie sagt: „Nordfriesland ist meine innere Heimat.“

Ursprünglich ausgebildet in Landvermessung, absolvierte Gabriele Beismann von 1986 bis 1990 den Diplomstudiengang an der Fachhochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg mit dem Studienschwerpunkt Malerei bei Prof. Hermanus Westendorp.

Antoni Tapies nennt sie ihr großes Vorbild. Nach dem Studium hatte sie von 1990 bis 1992 ein Atelier in Kappeln. Seit 1992 hat sie in Kragsforte, Skovby bei Aabenraa in Dänemark, ein neues Zuhause gefunden, lebt und arbeitet dort im eigenen Atelier. Sie ist Mitglied des dänischen Künstlerverbandes BKF und hat an Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen.

Adresse: Zollhaus Norddeich 3 , Rodenäs. Dauer der Ausstellung: 3. Juni bis 5. August, geöffnet Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag 14 bis 18 Uhr.




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