Schwerlastverkehr verursacht starke Straßenschäden

Das Nordfriesland-Tageblatt-Team: Sibylle Bremer, Stephan Bülck und Ute Weiß.
Das Nordfriesland-Tageblatt-Team: Sibylle Bremer, Stephan Bülck und Ute Weiß.

Stadt sucht nach einer langfristigen Lösung für die Straße „Kohlhamm“

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06. Juli 2015, 11:51 Uhr

Die Straße „Kohlhamm“ hat schon bessere Zeiten erlebt. Sie führt vom Stadtrand Niebülls hinaus auf Emmelsbüll-Horsbüller Gebiet und wird in erster Linie von Lohnunternehmen und als Zufahrtstraße zur dortigen Biogasanlage genutzt. Genau darin liegt aber das Problem, denn die schweren Fahrzeuge haben dem Asphalt ziemlich zugesetzt. „Sie ist extrem stark belastet und so nicht mehr zu halten“, berichtete Udo Schmäschke vom Amt Südtondern während der Sitzung des Ausschusses Bau und Verkehr. „Dazu müsste man jährlich mehrere 1000 Euro investieren.“ Als Hauptverursacher für die Schäden wurden bei einem Ortstermin mit der Verkehrsaufsicht die Fahrzeuge zur Biogasanlage ausgemacht. Bisher hatte Niebüll die Kosten für Sanierungsmaßnahmen übernommen. Der Grund: Bis dato befanden sich am städtischen Teil der Straße noch zwei bewohnte Häuser. Diese wurden im Zuge der Aufstellung von Windkraftanlagen aber entwidmet. „Es gibt keine Wohnanlieger der Stadt Niebüll mehr.“ Und somit auch keine Veranlassung für diese, noch länger die Straße „Kohlhamm“ in Schuss zu halten und damit für die Schäden anderer aufzukommen.

Eine grundsätzliche Sperrung für den Fahrzeugverkehr ist, das hatte der Ortstermin ergeben, nicht möglich. Schmäschke: „Es handelt sich um eine öffentliche Straße ohne Gewichtsbeschränkung.“ Und darauf beruft man sich in der Nachbargemeinde. Daher seien in der Vergangenheit nachbarschaftliche Gespräche, einen Ausweg aus der Situation zu finden, auch immer gescheitert. Niebüll überlegt nun, durch bauliche Veränderungen den Schwerlastverkehr aus der Straße „Kohlhamm“ zu verbannen. Sie bliebe dann aber weiterhin für Pkw, Fahr- und Motorräder nutzbar. Trecker und Lkw, die die Biogasanlage ansteuern, müssten künftig über die Klanxbüller Straße fahren. „Das ist für die Emmelsbüll-Horsbüller keine ganz günstige Maßnahme“, erklärte Schmäschke. Daher wolle man die Gemeinde rechtzeitig informieren und ihr ausreichend Zeit geben, um auf die veränderte Verkehrssituation reagieren und sich vorbereiten zu können. Bis 2018. „Es ist ein Versuch, eine kommunale Straße zu schützen“, erklärte der Bauamtsleiter. Und sie dient auch der Sicherheit. Erst vor kurzem habe es auf „Kohlhamm“ eine Situation gegeben, wo sich die Fahrzeuge zweier Lohnunternehmer begegneten. Ein aneinander Vorbeifahren war nicht möglich, zurückweichen konnte auch niemand. „Sie hatten sich richtig festgefahren.“ Fremde Hilfe und der Einsatz von zusätzlichen Zugmaschinen wurde nötig.

Im laufenden Jahr wird die Stadt Niebüll die Straße für 25000 Euro noch einmal flicken lassen. „Um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen“, erklärte Bürgermeister Wilfried Bockholt. Auch zum Schutz der Radfahrer. „Die Radwege sind jetzt schon schlecht“, bemerkte Bürgervorsteher Uwe Christiansen. Ein Abfräsen und Wiederaufbau (Kostenpunkt: etwa 40  000 Euro) allerdings komme nicht in Frage, ergänzte Udo Schmäschke.

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