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Flüchtiges Unfallopfer : Schwerer Unfall auf B 201: Fahrer nach großer Suchaktion gefunden

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach einem Autounfall auf der B 201 wird stundenlang nach dem Fahrer gesucht. Als der 28-jährige gefunden wird, ist er alkoholisiert.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2015 | 10:23 Uhr

Schwesing | An der Bundesstraße 201 zwischen Schwesing und Wester-Ohrstedt (Kreis Nordfriesland) kam es am Samstagabend zu einem schweren Verkehrsunfall mit anschließender Suchaktion. Der schwerverletzte, blutverschmierte und alkoholisierte Fahrer konnte dabei erst nach 3 Stunden und 20 Minuten aufgefunden werden.

Der in Richtung Husum fahrender Autofahrer war linksseitig von der Fahrbahn abgekommen und ungebremst gegen einen Baum geprallt. Hiernach flog der dunkle Ford Focus in einen Straßengraben und überschlug sich danach gleich noch mehrfach. Das Fahrzeug drehte sich dabei und blieb schließlich als Totalschaden in Fahrtrichtung Wester-Ohrstedt liegen. Dabei wurde dem Fahrzeug die komplette Vorderachse abgerissen, die Räder und Achsenteile lagen verstreut sogar noch in 50 Meter Entfernung auf angrenzenden Grünflächen, die Straße war von Trümmern übersät.

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Foto: Möller

Zeugen für den Unfallhergang gibt es nicht. Vorbeikommende Autofahrer stoppten aber sofort, leisteten spontan und beherzt Erste Hilfe - und konnten den Fahrer, der alleine im Auto saß, sogar vorsichtig aus seinem verformten Wagen befreien. Noch während über Handy der Notruf gewählt wurde, schleppte sich der stark blutende und verletzte Fahrer in der Dunkelheit von dannen.

Die zentrale Rettungsleitstelle in Harrislee alarmierte umfangreich: neben Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug wurde die Schwesinger Feuerwehr aktiviert. Nach erfolgloser Suche in der Umgebung der B 201 – der Verkehrsunfall ereignete sich hinter dem Schwesinger Ortsausgang in Richtung Wester-Ohrstedt – wurden zur weiteren Aktivierung von Einsatzkräften die Sirenen ausgelöst. Vor Ort waren mittlerweile auch Wärmebildkameras im Einsatz. Als auch dies erfolglos blieb, wurden auf Anforderung der Polizeikräfte Rundfunkdurchsagen veranlasst und die Bevölkerung um Beteiligung gebeten. Eine Stunde nach Einsatzbeginn wurde zusätzlich die Feuerwehr aus der Kreisstadt Husum alarmiert sowie die Rettungshundestaffel der SEG des Nachbarkreises Schleswig-Flensburg. Auch die Polizei setzte einen eigenen Suchhund ein.

Im Verlaufe der mehrstündigen großangelegten Suchaktion mit gut 80 Einsatzkräften – auch der „Organisationsleiter Rettungsdienst“ des Landkreises war vor Ort - kamen Hinweise von Passanten, die an unterschiedlichen Orten „eine blutverschmierte Person“ gesichtet hatten. Die am Boden eingesetzten Rettungskräfte erhielten alsbald Unterstützung aus der Luft: Rettungshubschrauber „Christoph 42“ aus Rendsburg kreiste – ebenfalls mit Wärmebildkamera – über dem Einsatzgebiet. „Primär geht es hier darum, hier und jetzt eine schwerverletzte Person zu finden“, signalisierte ein Polizeisprecher vor Ort, „bevor wir morgen bei Tageslicht jemanden entdecken, der dann vielleicht tot ist. Sekundär geht es dann um die Klärung des genauen Sachverhaltes.“

Die groß angelegte Suchaktion, bei der Wiesen, Gräben, Gärten und diverse Holzstapel durchkämmt wurden, führte schließlich um 23.58 Uhr zum Erfolg: Rund einen Kilometer vom Unfallort konnte der schwerverletzte Fahrer im Wohngebiet „Achter de Wall“ entdeckt werden. Nach eingehender Erstversorgung wurde er in eine Klinik verlegt.

Für alle Einsatzkräfte fand abschließend eine Nachbesprechung mit „Aufarbeitung“ im Feuerwehrhaus Schwesing statt. Kommentar von Schwesings Wehrführer Stefan Hansen: „Wir hatten hier im Bereich zwar schon mehrfach schwere Verkehrsunfälle auf der B 201 - aber einen derartigen Einsatz hatten wir bislang noch nie!“ Im Übrigen habe die Zusammenarbeit sämtlicher Einsatzkräfte, die verschiedenen Organisationen angehörten, „reibungslos geklappt“. Koordinierungs- oder Verständigungsschwierigkeiten habe es „zu keinem Zeitpunkt gegeben“.

Ein Atemalkoholtest ergab, dass der Fahrer zum Unfallzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sein muss. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

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