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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 14:29 Uhr

Duo "Floatwork" : Schwerelos durch die Musik

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das temperamentvolle Duo Richard Wester und Wolfgang Stute begeisterte im Richard Haizmann Museum mit einem besonderen Mix – auf höchstem Niveau

Ein musikalisches Highlight fand am Sonntagabend im Richard Haizmann Museum nur eine begrenzte Zuhörerschar. Wer nicht dabei war, wird sich ärgern. Zwei inspirierte Musiker, Richard Wester und Wolfgang Stute, ein geniales Duo, veredelten mit Querflöte, Saxophonen, Flöten, akustischer Gitarre und Perkussion das Wochenende auf wunderbare Weise.

Der Titel „Floatwork“ war vielleicht für manche zu abgehoben, traf jedoch den Kern der Sache. „To float“ bedeutet Schwimmen oder Schweben, neudeutsch auch schwereloses Entspannen. Und so begaben sich die Zuschauer mit den Protagonisten von Beginn an auf die versprochene faszinierende musikalische Reise. Richard Wester und Wolfgang Stute sind zwei charmante, erfahrene Könner, die zusammen eine ganz eigene Kraft und Energie entfalten. Weitab von jeder Routine, mit viel Spaß und echter Freude an der eigenen Musik.

Richard Wester, mitverantwortlich für das Berliner Erfolgsmusicals Linie 1, erfahrener Bühnenkomponist, jahrelang unterwegs mit Ulla Meinecke, BAP oder Stefan Waggershausen, begann rasant auf der Querflöte, rhythmisch, schnell, um danach in eine leicht nachfühlbare Melodie zu wechseln. Wer wollte, durfte sich später beim Querflötensprechgesang an „Jetro Tull“ erinnert fühlen.

An der Gitarre (er hatte insgesamt vier dabei) begleitete Wolfgang Stute, um bald eigene Akzente zu setzen. Stute, der mit Heinz-Rudolf Kunze, Purple Schulz oder Matthias Brodowy zusammengearbeitet hat, hat seinen eigenen Stil gefunden. „Ich komme von der Klassik“, gestand er, brilliert jetzt mit seinem Mix aus Latin, Jazz und Flamenco.

Speziell der Flamenco begann das Publikum langsam aufzuheizen. Richard Wester setzte dem Gitarren-Wirbel wie in einem Zweikampf eigene Tonfolgen entgegen; da wurde auch schon mal in Richtung Partner geknurrt und gejault. Natürlich augenzwinkernd, denn dieser Zweikampf fand keinen Sieger, beide waren einfach zu gut.

Die beide Instrumental-Solisten zelebrierten ihr musikalisches Verständnis auf höchstem Niveau; führten „Dorfgeschichten“ vor, wurden sentimental beim „Winterzauber“. Klasse Mitschnippmusik gab es bei der leicht dahin flatternden „Brieftaube“. Eine genussvolle Zeitreise führte in die 70er, mit Engtanzmusik, mit frechen Saxophon-Anklängen an „Eleanor Rigby“ der Beatles. „War so gewollt“, lachte Richard Wester, der Rheinländer, der den kühlen Norden mit Wärme erfüllt.

Ein Konzert voller wunderschönen Melodien, die immer wieder changieren zwischen Rock- und Popelementen, um dann einen eigenen Weg zu gehen. Wilde Tonkaskaden, die den Kopf für eigene Gedanken und Fantasie frei machten. Die Musiker, bereits geehrt mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, hätten in Niebüll sicherlich auch einen Preis erhalten: für die beste Abendunterhaltung seit langem.

„Da schweigt sogar der Kunsthistoriker“, meinte Gastgeber, Dr. Uwe Haupenthal, lächelnd.

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erstellt am 30.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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