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Nordfriesland Tageblatt

16. August 2017 | 19:34 Uhr

Schwarze Stimme und tolle Soli

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Richard-Haizmann-Museum spielte das Randy-Newman-Projekt „Something Special“ / Demnächst Auftritte im Glashaus in Quern

Songs zwischen Blues, Soul und Singer-/Songwriting gab es im Richard-Haizmann-Museum zu hören, und zwar im Rahmen eines Randy-Newman-Projektes „Something Special“ . Der Freundeskreis des Museums hatte zu diesem Sommer-Event eingeladen. Die Vorsitzende, Karin Tuxhorn, stellte das hervorragende Trio vor. Immer gern zu Gast in Niebüll ist Richard Wester (Saxophon/Flöten). „Dies ist zwar nicht eine der größten Arenen, aber eine der schönsten“, meinte der charmante Schnauzbartträger augenzwinkernd mit Blick auf die Kunstwerke an der Wand. Museumsleiter Dr. Uwe Haupenthal nickte zustimmend.

Wester aus der Nähe von Flensburg ist einer der besten Saxophonisten des Landes, spielte unter anderem bei und mit Ulla Meinecke, BAP, Reinhard Mey oder Udo Lindenberg. In Niebüll gastierte er zuletzt mit dem Crossover-Projekt Floatwork. Wester entdeckte für sein Projekt den Österreicher Georg Nussbaumer mit einer „schwarzen“ Stimme, wollte ihn aber nicht als Nebenmann, sondern als Partner auf Augenhöhe. Eine gute Idee, denn Nussbaumers Stimme ist stark, weckt Emotionen, erinnert stark an das Vorbild Randy Newman. Sein Piano korrespondiert bestens mit Richard Westers sehr ausführlichen Solo-Partien auf Flöte oder Saxophon. Neben seinen Eigenkompositionen bot Nussbaumer Blues-Klassiker von Bob Dylan bis Randy Newman. Man kann dabei träumen und abheben, es ist „ein energetisches und musikalisches Zusammentreffen voller Power und Spiellust“, wie sie selbst sagen. Der Dritte im Bunde ist der Bassist Peter Pichl, der ganz eigene Akzente setzt, den Bass knarzen und tanzen lässt.

Nussbaumer, der beim Grand Prix International 1996 in Oslo den zehnten Platz belegte, zelebrierte nicht nur seine Erfolgstitel, sondern spielte ein wundervolles deutsches „Whiter Shade of Pale“ (Procol Harum). Gänsehaut, Erinnerung an alte Trichter-Zeiten und der Beweis für Karin Tuxhorns These, dass „die Interpretation eine ebenso gültige Kunstform wie die Komposition“ sei. Dann kam Newmans „Baltimore“ kongenial über die Rampe. Ab diesem Zeitpunkt zuckten die 40 Besucher auf ihren Stühlen, Erika Spaude vorneweg. „Einfach toll!“, so ihr Resümee nach über zwei Stunden Konzerterlebnis. Ein Abend „den man erlebt haben sollte“ (Tuxhorn). Die begeisterten Zuschauer standen am Ende auf und sangen gemeinsam mit dem Trio „Make you feel my love“.

Am 22. und 23. Juli gibt es mehr von Wester und Begleitern im Glashaus in Quern (Kreis Schlewig-Flensburg). Der in Angeln lebende Musiker und Komponist Wester feiert in diesem Jahr neben seinem 60. Geburtstag auch sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Aus diesem Anlass werden die diesjährigen Glashaus-Konzerte Ausschnitte aus den Programmen vergangener Spielzeiten präsentieren. Neben seiner Berliner Band hat der umtriebige Musiker den Gitarristen Wolfgang Stute aus Hannover, die Mainzer Sängerin Nanette Scriba, das Berliner Urgestein der Singer-/Songwriter-Szene, Manfred Maurenbrecher, sowie George Nussbaumer eingeladen. Zusammen wird die achtköpfige Großbesetzung das Spiel der Gemeinsamkeit aus gefeierten Programmen wie „Nacht der Lieder“, „Das Randy-Newman-Projekt“, „ Something Special“ oder „Floatwork“ zelebrieren.

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von
erstellt am 17.Jun.2016 | 10:25 Uhr

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