Waffenhandel in Stadum : Schusswaffen und Munition: Razzia in Nordfriesland

Großaufgebot direkt an der Bundesstraße 199: Kräfte des Landeskriminalamtes und Polizisten aus dem Norden Schleswig-Holsteins vor den Geschäftsräumen in Stadum.
Großaufgebot direkt an der Bundesstraße 199: Kräfte des Landeskriminalamtes und Polizisten aus dem Norden Schleswig-Holsteins vor den Geschäftsräumen in Stadum.

Zwei Tage waren Beamte im Einsatz. Der Verdacht: Illegaler Waffenhandel. Lieferungen gingen offenbar auch ins Ausland.

shz.de von
28. März 2015, 05:00 Uhr

Stadum | Ermittler haben einen Waffenhandel in Stadum (Kreis Nordfriesland) durchsucht. Die zuständige Staatsanwaltschaft Flensburg hat die zweitägige Aktion am Freitag bestätigt. „Es geht um den Verdacht eines Verstoßes gegen das Waffengesetz“, sagte Oberstaatsanwalt Otto Gosch.

Nach Informationen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) soll Waffenhändler Mario H. Schusswaffen und Munition an nicht berechtigte Personen verkauft haben. Außerdem besteht der Verdacht, dass Waffen und Munition nicht sachgerecht gelagert gewesen sind.

Die Geschäftsräume von Mario H. liegen direkt an der Bundesstraße 199. Etliche Einsatzkräfte des Kieler Landeskriminalamts, Polizisten aus Flensburg und Nordfriesland sowie Experten mit Spezialfahrzeugen zum Abtransport waren vor Ort.

Mario H. handelt mit Sportwaffen und Zubehör. Von seiner Internetseite führt ein Link direkt zur der bei Jägern und Sportschützen beliebten Versteigerungsplattform „eGun“. Dort fanden sich am Freitag 251 Artikel von Mario H., darunter beispielsweise die Großkaliber-Kurzwaffe „Sig Sauer P226 X-Six Silver Dust“ für 3399 Euro. Oder auch ein Colt aus US-Army-Beständen für 665 Euro. Die Kunden gaben über 5000 positive Bewertungen ab, negative gibt es nicht eine einzige.

Die mutmaßlich illegalen Waffengeschäfte sollen schon länger von den Behörden beobachtet worden sein. In dieser Woche haben sich die Verdachtsmomente dann offenbar konkretisiert. Aus Polizeikreisen ist zu hören, dass auch wegen unberechtigter Lieferungen ins Ausland ermittelt werde. Nach offiziell bislang nicht bestätigten Informationen sollen zudem Beamte des Staatsschutzes an der Durchsuchung beteiligt gewesen sein, was auf Käufer mit einem politisch motivierten Hintergrund hindeuten könnte.

Oberstaatsanwalt Gosch: „Wir geben zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte, da die beschlagnahmten Beweise noch nicht ausgewertet wurden.“ Der Besitzer des Waffenhandels war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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