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Nordfriesland Tageblatt

17. August 2017 | 20:07 Uhr

Schule : Schulwahl im Sinne des Kindes

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Interview spricht Eckhard Kruse, Schulleiter der FPS, über die spannende Zeit des Schulwechsels auf die weiterführende Schule.

Auf welche weiterführende Schule schicke ich mein Kind? Vor dieser Entscheidung stehen zurzeit viele Eltern in Südtondern. Die Wahl muss spätestens jetzt getroffen werden, die Anmeldungsfrist läuft seit gestern und geht bis zum 8. März. Beim Abwägen „Gymnasium oder nicht?“ geht häufig die Sorge, das Kind zu überfordern, mit der Angst überein, ihm mit der Entscheidung dagegen etwas im Leben zu verbauen. Im Interview gibt der Direktor der Friedrich-Paulsen-Schule, Eckhard Kruse, Tipps zur besten Wahl im Sinne des Kindes.

 

„Mein Kind geht aufs Gymnasium!“ – das scheint zunehmend auch ein Statussymbol für Eltern zu sein. Erleben Sie das auch so?

Kruse: Ja, solche Fälle gibt es. Es ist traurig, wenn Eltern ihre Kinder entgegen der Beratung auf ein Gymnasium schicken. Das ist meist die falsche Entscheidung und nicht im Sinne des Kindes. Die Persönlichkeit dieser Mädchen und Jungen könnte sich an einer Gemeinschaftsschule besser entwickeln.

 

Und die Schüler können ihr Abitur trotzdem noch machen...

Genau. Es ist schade, dass viele nicht sehen, dass das Abitur auf vielen Wegen zu erreichen ist. Es gibt nicht nur den einen Weg. Die Schüler können die Hochschulreife auch über den zweiten Bildungsweg erreichen. Sie können Abitur bei einer Berufsschule machen oder nach dem Realschulabschluss zu uns kommen.

 

Trotz der hohen Anforderungen gibt es viele Kinder für die das Gymnasium die beste Wahl ist. Haben die Eltern Ihnen am ersten Anmeldetag schon die Tür eingerannt?

Gestern hatten wir tatsächlich viele Anmeldungen, aber daraus lässt sich keine Prognose für die letztendliche Anzahl neuer Schüler ableiten. Vergangenes Jahr kamen in den ersten Tagen kaum Eltern. Da haben wir uns fast ein wenig Sorgen gemacht. Doch dann, am Ende der Woche, kam der Großteil zur Anmeldung.

 

Können Sie allen Schülern einen Platz in Ihrer Schule bieten?

Ja, das können wir. Wir haben ausreichend Räumlichkeiten, sofern es keinen übermäßigen Ansturm auf die Friedrich-Paulsen-Schule gibt. Aber das erwarten wir nicht. 2016 kamen rund 150 Mädchen und Jungen in die fünfte Klasse.

 

Was würde passieren, wenn es doch so wäre?

Das liefe dann über das Ministerium. Das würde festlegen, an welche Schulen der gleichen Form wir die Schüler weitergeben müssten. Aber ich bin froh, dass das bei uns nicht passieren wird.

 

Bevor die Eltern sich für die FPS entschieden haben, was waren ihre häufigsten Fragen an Sie?

Das Praktische kommt meist zuerst: Wie ist die Verpflegung, gibt es warme Mahlzeiten? Danach geht es häufig um besondere Förderung, ob jetzt sprachlich, technisch oder naturwissenschaftlich. Auch nach Austausch und IPad-Klassen wird gefragt. Aber da sind wir gut aufgestellt, besonders in der Begabtenförderung.

 

Inwiefern?

Wir geben uns viel Mühe bei der Förderung Begabter. Sie können etwa Geschichts- oder Erdkundeunterricht auf Englisch wählen. Zudem ist die Schule im Enrichment-Verbund. Darüber bieten wir am Nachmittag und Wochenende Projekte außerhalb des Schulalltags an. Etwa das Programmieren von Lego-Fahrzeugen und Molekularküche Da wird normal gekocht, doch es wird auf molekularer Ebene betrachtet. Ein Merkmal ist auch, dass wir Dänisch als Fremdsprache anbieten. Wir pflegen engen Kontakt zu Schulen in Ribe und Tondern. Dorthin gibt es regelmäßig Schüleraustausche, aber auch nach Malmesbury und Feurs.

 

Was empfehlen Sie Eltern, die jetzt noch unsicher sind, ob das Gymnasium das Richtige für ihr Kind ist?

Sich persönlich an der weiterführenden Schule beraten zu lassen. Aus dem Entwicklungsberichte der Grundschule und dem Halbjahreszeugnis der vierten Klasse können wir viel herauslesen. Dafür haben wir die Erfahrung und den Blick.

 

Wenn ein Kind jetzt am Gymnasium angemeldet wurde und dort nicht den Anforderungen gerecht werden kann, wie kompliziert ist der Weg zum Schulwechsel?

Im vergangenen Jahr hatten wir leider mehrere Fälle, in denen ein Schulwechsel sinnvoll war. Wenn möglich, versuchen wir den schnellen Wechsel. Das ist das Beste für die Kinder, wenn die Leistungen nicht stimmen und es ihnen damit auch seelisch schlecht geht.

 

Schneller Wechsel, was bedeutet das?

Das heißt: vor Ende der Orientierungsstufe. Das geht aber nur, wenn die zuständige Gemeinschaftsschule die Zustimmung gibt. Der Normalfall ist das Schrägversetzen nach der sechsten Klassen in eine andere Schulform.

 

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erstellt am 28.Feb.2017 | 05:16 Uhr

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