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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 17:34 Uhr

Schulschließung gescheitert

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schulverbandsversammlung verweigerte die von einer Arbeitsgruppe empfohlenen Aufgabe des Standorts Wimmersbüll

von
erstellt am 24.Feb.2015 | 11:11 Uhr

Die Grund- und Gemeinschaftsschule Südtondern-Nord muss weiterhin an zwei Standorten betrieben werden. Der vom Hauptausschuss des Schulverbandes Südtondern-Nord und von einer Arbeitsgruppe empfohlenen Aufgabe des Standorts Wimmersbüll verweigerte die Schulverbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung die Zustimmung. Als über das Pro und Contra abgestimmt wurde, reichte es nur zu einem Patt von 8:8 Stimmen. Die verunglückte Abstimmung über die Schließung der ehemaligen Matthias-Claudius-Schule (MCS) im Ortsteil Wimmersbüll (Gemeinde Süderlügum) schlägt nun Wellen. Kam die Abstimmung zu früh? Wäre es richtig, den Standort zugunsten der Emil-Nolde-Schule jetzt aufzugeben – oder später oder aber gar nicht?

Es ist kein Geheimnis, dass sich um Schließung oder Erhaltung zwei Fronten aufgebaut haben – beheimatet in den ehemaligen Ämtern Süderlügum und Wiedingharde. Die Süderlügumer Seite möchte die Schule erhalten, die Wiedingharder beugt sich den gesetzlichen Vorgaben und votiert für eine Aufgabe des Standortes Wimmersbüll. Die Süderlügumer Seite verfügt jedoch im Beschlussgremium Schulverband Südtondern-Nord über neun, die Wiedingharder Seite hingegen nur über sieben Mandate.

Verbandsvorsteher Friedhelm Bahnsen zu diesem Resultat: „Das ist Demokratie. Wir müssen mit dieser Entscheidung umgehen und weitermachen, auch wenn es finanziell schwierig wird.“ Bahnsen kündigte an, dass jetzt ein Konzept für die Zeit nach den Sommerferien erarbeitet werden müsse. „Wir haben ein halbes Jahr Zeit dafür. Es wird schwierig – nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch.“

Süderlügums Bürgermeister Christian Magnus Petersen ist für den Fortbestand der Wimmersbüller Schule. „Sie ist wichtig für die Standortgemeinde“, sagt er, „wichtig auch für die Bürger und die Schüler.“ Die Schüler hätten nach Wimmersbüll nur einen kurzen Schulweg. „Wir wollen die Schule erst einmal behalten, um Schüler werben und uns bemühen, deren Zahlen zu erhalten, auch wenn es einige Euro kostet.“ Kiel habe uns das alles übergestülpt. „Und wir müssen das jetzt ausbaden.“ Es sei schade um jede Schule, die geschlossen wird. Es gehe so viel verloren, pflichtet ihm Holms Bürgermeister Günter Jürgensen bei.

Für Bürgermeister Helmut Stender (Uphusum) ist es zu schnell gegangen. „Alles nach Neukirchen – und ‚zack zack‘? Das geht doch nicht.“

Rektor a.D. Bendix Brodersen, ehemaliger Schulleiter in Neukirchen, hat die Entwicklung, die zur heutigen Situation führte, miterlebt. Diese basiert nicht zuletzt auf den gesetzlichen Vorgaben über die einzuhaltenden Mindestzahlen. Diese Schülerzahlen habe die MCS seit Jahren schon nicht einhalten können, erklärt er. Über eine Schließung des Standorts sei nicht zuletzt auch im Kreisschulamt nachgedacht worden. Unter den beiden je elf Kilometer entfernten Standortalternativen für die Wimmersbüller Schüler sei mehr von Neukirchen als von Niebüll die Rede gewesen. Brodersen meint, die Position der Gegner einer Schließung sei mehr von Emotionen als von Sachargumenten bestimmt.

Auch für Peter Ewaldsen, Bürgermeister des Schulstandorts Neukirchen, ging es ein wenig zu schnell. Die Abstimmung über die Standortfrage sei unglücklich gelaufen – und die Zeit dafür noch nicht reif gewesen. Es bedürfe noch einiger Anstrengungen und Überzeugungskraft für die richtige Entscheidung, die eines Tages so oder so kommen müsse.

Wenn es um die richtige Schule gehe, dann könne es nur die Emil-Nolde-Schule sein und nicht die Gemeinschaftsschule Niebüll, in der sich Kinder aus den Dörfern verloren fühlen. Die Schule in Neukirchen sei eine kleine überschaubare Schule mit hohem Standard und mit einem Spitzenplatz im Ranking dieser Schulart. „Das aber wird von den Gegnern nicht honoriert“, kritisierte er. Zu deren Positionen meinte Ewaldsen, dass Emotionen durchaus in Ordnung wären. „Aber langfristige Entscheidungen bedürfen auf jeden Fall der Vernunft.“ Zu bedenken gab Ewaldsen auch, dass die mehr als 50 Jahre alte Wimmersbüller Schule ein Sanierungsfall sei. Die von der Kämmerei angegebene Einsparung von 80  000 Euro im Falle einer Schließung der Schule sei eine Seite. Eine andere seien mehrere Hunderttausend Euro für ihre dringend gebotene Sanierung.

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