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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2017 | 13:23 Uhr

Kinder : Schritte zu mehr Selbstständigkeit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Angebot zur Hinführung in den Kindergarten soll ausgebaut werden / Nachmittags- und Sonnabend-Angebote geplant

Morgens um 10 Uhr in der Evangelischen Familienbildungsstätte: Zwei- und Dreijährige sitzen am Tisch und kneten, werfen mit Blätterhaufen – und haben sichtlich Spaß dabei. Telse Friedrichsen-Ertzinger und Birgit Peter-Matthiesen aus dem Eltern-Kind-Bereich betreuen die Kindergartenhinführungsgruppe. Die zumeist berufstätigen Eltern bringen ihre Schützlinge täglich für zwei Stunden (von 9 bis 11 Uhr) in die Einrichtung. Heute ist der Herbst das Thema. Am frühen Vormittag haben die Jüngsten bereits Bilder aus Blätter geklebt. „Wir spielen sehr viel“, sagt Telse Friedrichsen-Ertzinger. „Kinder nehmen über die Haut – unser größtes Organ – wahr.“ Je nach Jahreszeit werden Blätter, Ton, Matsch und andere Dinge gefühlt und erlebt. „Wir stellen unsere eigene Knetmasse her. Sie ist ungiftig, nur ein wenig salzig, sodass die Kinder sie schnell wieder aus dem Mund nehmen.“ Kinder nehmen viel über den Kopf und die Zunge wahr – und über Bewegung. Es wird viel getanzt und gesungen. Eine Mattenecke ist zum toben da, aber auch dafür, das Gleichgewicht zu trainieren.

Die Hinführungsgruppe versteht sich nicht als Konkurrenz zu den Kitas, stellt Ute Wilke fest. „Unser Ansatz ist, den Kita-Alltag schon einmal zu üben. Beispielsweise den eigenen Rucksack zu packen und zu verwalten ist ein großes Ding.“ Auch das Einüben von täglichen Ritualen nimmt einen festen Platz ein: Hände waschen, Tisch decken, frühstücken, aufräumen und spielen gehören dazu. Liebe und Zuneigung dürfen nicht fehlen. „Wenn die Kinder dann in die Kindergärten kommen, haben sie auf schon vieles gelernt, sind selbstständiger.“

Maximal zwölf Kinder zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr besuchen das tägliche Angebot der Gruppe derzeit. Zusätzlich bietet die Evangelische Familienbildungsstätte Elternberatungskurse an. „Wir schätzen die Kinder ein und geben Tipps, ob ein Kita-Besuch schon empfehlenswert ist“, sagt Abteilungsleiterin Kornelia Klawonn-Domin. Über die Häufigkeit der Teilnahme an dem Hinführungskursus und die Dauer entscheiden letztendlich die Eltern. Ausschlaggebend ist meistens der Termin einer Zusage für einen Kindergartenplatz. „Da müssen wir flexibel sein“, ergänzt Ute Wilke.

Die Nachfrage nach dem Hinführungskursus ist groß, bestätigt Kornelia Klawonn-Domin. Die Räumlichkeiten in der Bildungsstätte seien im Stundentakt belegt. „Heute gehen Eltern schneller wieder in die Berufstätigkeit als früher.“ Um der Nachfrage gerecht zu werden und auch den Eltern, insbesondere den Vätern, die Möglichkeit zu bieten, trotzdem gemeinsam mit ihrem Nachwuchs an diesem Lebensabschnitt teilzuhaben, wird es – so die Planung – künftig Nachmittagsangebote von 15 bis 17 Uhr geben. Gleiches gilt für den Sonnabendvormittag von 10 bis 12 Uhr. Gedacht ist an ein Angebot, dass sich einmal im Monat auch an die Großeltern richtet. Hier muss noch geprüft werden, ob der Bedarf vorhanden ist, so Ute Wilke. Vorteil der Nachmittags- und Wochenend-Kurse sind, dass eher Kapazitäten für Schwimmangebote zu bekommen sind.

Kornelia Klawonn-Domin wünscht sich, die Politik möge von Eltern nicht abgerufene Betreuungsgelder den Evangelischen Bildungsstätten zukommen lassen. So könnten die Angebote stetig erweitert werden. Denn: „Wir stehen mit unseren Angeboten wie ’DELFI’ (die Abkürzung steht für Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell, wird von zertifizierten Fachkräften geleitet und richtet sich an Kinder ab der sechsten Lebenswoche) sowie der darauf folgenden Mutter/Kind-Gruppe am Anfang der Kette. Wir sind offen für alle Kulturen und Religionen. Inklusion – die gab es bei uns schon immer.“ Im Moment springt finanziell der Freundeskreis ein. Für den Kindergarten-Hinführungskursus zahlen die Eltern bei der Evangelischen Familienbildungsstätte derzeit vier Euro pro Kind und Stunde.

Anmeldungen werden entgegen genommen unter Tel. 04661-9014110 oder per Mail unter evfbs@dw-suedtondern.de. Die evangelische Familienbildungsstätte hat ihren Sitz in der Uhlebüller Straße 22.

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erstellt am 17.Okt.2015 | 05:00 Uhr

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