Baumängel : Schönheitsoperation für die Dorfkirche Braderup

Pastor Jens Uwe Albrecht zeigt auf Flecken an der   Wand des Kircheschiffs oberhalb der Heizkörper hin.
Pastor Jens Uwe Albrecht zeigt auf Flecken an der Wand des Kircheschiffs oberhalb der Heizkörper hin.

Die weithin sichtbare Dorfkirche zu Braderup befindet sich aktuell in einem baulichen Zustand, der alles andere als einladend wirkt. Deswegen wird jetzt nachgebessert

shz.de von
27. Juni 2014, 05:15 Uhr

Die weithin sichtbare Dorfkirche zu Braderup, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1240 und somit mehr als 750 Jahre alt, befindet sich aktuell in einem baulichen Zustand, der alles andere als einladend wirkt. Er veranlasste dadurch den örtlichen Kirchengemeinderat sowie den Kirchenkreis Nordfriesland, unverzüglich tätig zu werden, um die gröbsten Mängel des Gebäudes zu beheben. Das Kirchenschiff wird unterhalb der Fresken neu geweißt. „Es erfolgen eine Grundierung und ein Anstrich, der aber so sparsam ausfällt, dass von einer wirklichen Sanierung nicht die Rede sein kann,“ so der Gemeindepastor Jens Uwe Albrecht. „Dabei wäre eine solche dringend erforderlich. Denn ich weiß gar nicht, wie lange es her ist, dass die Wände innen und außen einmal einen soliden Anstrich erhalten haben.“

Wegen der Malerarbeiten sind alle Kirchenbänke und das Inventar des Gotteshauses sorgfältig mit Plastikplanen abgedeckt. Besonders fleckig stellten sich die Wände oberhalb der Heizkörper dar, was dafür spricht, dass die Ursache für das Abplatzen der Farbe in eingedrungener Feuchtigkeit zu sehen ist. Entweichen konnte diese bislang nicht, weil eine intensiv wirkende Deckenisolierung auf dem Dachboden dies nicht zuließ. Vor einigen Jahrzehnten – vermutlich Anfang der 1980-er Jahre – wurde per Gebläse eine dicke, pulverförmige Isolierschicht auf dem Dachboden der Kirche ausgebreitet, welche die Wärme im Gebäude am Entweichen hindern sollte. Das tat sie auch, aber leider hielt sie darüber hinaus die Feuchtigkeit im Kirchenschiff fest, wodurch die weiße Farbe erheblichen Schaden nahm.

Durch den erlittenen Schaden klug geworden, entschloss man sich nunmehr, die Isolierschicht mit einem - nach dem Prinzip des Staubsaugers funktionierenden - Gerät wieder zu entfernen. „Das ist eine harte Arbeit,“ ließ sich Architekt Pieter Dübbelman von Bauamt des Kirchenkreises Nordfriesland vernehmen, der das Projekt – zusammen mit dem Baupfleger Torsten Domnik – betreut. Das Isoliermaterial sei seines Wissens zwar nicht giftig. Im Hinblick auf sich eventuell bildende Gewebefasern oder Reste von Glaswolle habe er aber darauf gedrungen, dass die mit dem Absaugen und der Entsorgung des Pulvers befassten Arbeitskräfte in Sicherheitskleidung und mit Mundschutz arbeiten müssen.

Was die anfallenden Kosten des gesamten Vorhabens betreffe, so sei für die Malerarbeiten mit einem Betrag in Höhe von etwa 5000 Euro zu rechnen. Die Entfernung der Isolierschicht vom Dachboden werde vermutlich mit rund 10 000 Euro zu Buche schlagen. „Damit sind wir aber noch nicht aus dem Schneider,“ so Pieter Dübbelmann, „denn es stehen noch weitere kostspielige Arbeiten an, für die wir nur zur Zeit noch kein Geld haben, allen voran ein Außenanstrich der Kirche.“

Die Hauptlast der Kosten trägt die örtliche Kirchengemeinde, während der Kirchenkreis nur einen Zuschuss beisteuert. Auf die Frage, wie die von ihm betreute Kirche in Braderup eigentlich genau heiße, musste Pastor Albrecht passen. „Da die Dorfkirche als gotischer Backsteinbau in der Zeit errichtet wurde, in der alle Kirchen einem oder einer Heiligen gewidmet waren, wird dies in Braderup wohl auch so gewesen sein. Leider ist aber nicht überliefert, wer das war.“



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