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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 18:46 Uhr

Attraktion : Schöne Schwedin unter Dampf

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Noch bis zum 3. November können Interessierte an den Wochenenden mit einer historischen Dampflok zwischen Niebüll und Dagebüll pendeln. Auf ihren Pendelfahrten wird die schwedische Tenderlok gut erhaltene Personenzugwagen der DB Regio ziehen.

von
erstellt am 21.Okt.2013 | 05:45 Uhr

Sie kam in diesem Jahr verspätet. Aber sie kam: die Dampflok aus Kappeln mit dem Kosenamen „Schöne Schwedin“. Eigentlich sollte sie vom 21. Juli bis zum 11. August an den Wochenenden zwischen Niebüll und Dagebüll-Mole pendeln. Doch weil es in dieser Zeit zu heiß war und der beiderseitige Bahndammbewuchs knochentrocken und nicht gefeit gegen den Funkenflug vom schmucken Dampfross, musste das von der NEG versprochene sechste Eisenbahnvergnügen verschoben werden. Beim zweiten Startversuch gab es einen Tag Verzögerung, weil ein kleiner Schaden behoben werden musste.

Die vom Sommer nachgeholte Tour unter dem Motto „NEG macht Dampf“ läuft bis zum Sonntag, 3. November. Wie auch schon am zurückliegenden Wochenende, sind an den beiden kommenden Sonnabenden und Sonntagen je drei Fahrtenpaare vorgesehen: ab Niebüll sonnabends 11.35 und sonntags 11.05 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag, 13.35 und 16.05 Uhr. Ab Dagebüll beginnen die Rückfahrten um 12 Uhr, 15 Uhr und 16.35 Uhr. Tickets sind zum SH-Tarif im NEG-Kundencenter zu haben.

Die Lok vom Typ S 1916 wurde 1952 vom schwedischen Werk „Nydqvist och Holm AB (NOHAB)“ in Trollhättan gebaut. Sie bringt 1000 PS auf die Schiene, ist 78 Tonnen schwer und 80 Stundenkilometer schnell. Zu ihren aktiven Zeiten war sie als Personenzug-Lok eingesetzt.

Heute ist sie im Besitz der Angelner Dampfeisenbahn GmbH, Deutschlands nördlichster Museumseisenbahn. Früher verkehrte sie auf der Strecke Kappeln-Süderbrarup. Sie wird auf Bestellung „verchartert“ und verkehrte unter anderem auf Erlebnistouren im Raum Hamburg und Kiel sowie in Dänemark. Auch wurde sie zu größeren Veranstaltungen wie etwa zum nostalgischen „Dampf Rundum“ in Flensburg eingeladen.

Auf ihren Pendelfahrten wird die schwedische Tenderlok gut erhaltene Personenzugwagen der DB Regio ziehen. Im Führerhaus sitzen die Brüder Klaus und Oliver Jordt, beide examinierte Lokführer und Klaus zudem ausgebildeter Lokschlosser und Angestellter der Angelner Dampfeisenbahn.

Die „Schöne Schwedin“ bekommt sechseinhalb Stunden vor dem Start Feuer unter den Kessel. Angeheizt wird mit Holz – etwa von ausgedienten Paletten. Nach und nach wird Kohle auf die Glut geworfen, genauer gesagt polnische Gasflammkohle aus Oberschlesien. Wasser bekommt die historische Dampflokomotive aus einem Drei-Harden-Hydranten der DB nahe dem Wasserturm.

Weil es in Niebüll keine Drehscheibe gibt (und es hier auch nie eine gegeben hat), fährt die Lok rückwärts nach Dagebüll, wo sie auf der Mole rangieren und sich für die Rückfahrt vor den Zug setzen wird und Eisenbahnfreunden für das Fotoalbum echte Motive präsentieren kann.

 

 

 

 

 

 

 

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