Breitbandausbau : Schnelles Internet im Fokus

Fertigstellung der Breitbandversorgung soll 2020 sein.
Fertigstellung der Breitbandversorgung soll 2020 sein.

Der Breitband-Zweckverband Nordfriesland-Nord hält trotzt Verzögerungen an der Fertigstellung der Bauarbeiten bis 2020 fest.

shz.de von
15. August 2018, 07:00 Uhr

Südtonderns Amtsdirektor Otto Wilke bleibt weiterhin Vorsteher des Breitband-Zweckverbandes Nordfriesland-Nord (BZN). Während der ersten Sitzung in der neuen Legislaturperiode im Saal des Amtes Südtondern wurde er einstimmig gewählt und vom ältesten Mitglied des Gremiums, Niebülls Bürgervorsteher Uwe Christiansen, vereidigt. Neuer erster stellvertretender Verbandsvorsteher ist nun Dr. Bernd Meyer, Amtsdirektor des Amtes Mittleres Nordfriesland, während Humptrups Bürgermeister Erich Johannsen zum zweiten Stellvertreter wiedergewählt wurde. Alle Wahlen erfolgten einmütig in offener Abstimmung. Neben den vier Genannten gehören dem zehnköpfigen Gremium noch folgende Mitglieder an: Johannes Geyer (Langenhorn), Kurt Hinrichsen (Dagebüll), Peter Jessen (Goldebek), Roland Mader, für den Jürgen Daniel (beide Leck) als Vertreter teilnahm, Jörg Nissen (Rodenäs) und Hans-Günther Thordsen (Kolkerheide). Mit Ausnahme der Gemeinde Galmsbüll gehören alle Gemeinden der beiden Mitglieds-Ämter der BZN an, deren Verwaltungs- und Kassengeschäfte vom Amt Südtondern wahrgenommen werden.

Otto Wilke unterstrich die gute Zusammenarbeit der beiden Ämter untereinander, auch bei anderen gemeinsamen Vorhaben. Er gab einen kleinen Rückblick über die BZN, die im Dezember 2016 durch öffentlich-rechtlichen Vertrag gegründet wurde, um auch in den so genannten Außenbereichen der Ämter Mittleres Nordfriesland und Südtondern alle Haushalte mit dem schnellen Glasfaser-Anschluss zu vorsorgen. Denn es hatte sich sehr schnell gezeigt, dass die seit 2012 laufende Breitbandversorgung über die Breitbandnetzgesellschaft (BNG) in den Außenbereichen über ein Finanzierungskonzept auf privatwirtschaftlicher Grundlage so nicht möglich war. Deshalb hatte man zwei Monate zuvor bereits einen Antrag auf öffentliche Förderung gestellt und hierzu im März 2017 einen vorläufigen Förderbescheid in Höhe von 9,37 Millionen Euro erhalten. Danach begann für die Konzessionsvergabe das europaweite „sehr spezielle Ausschreibungsprozedere“, so Otto Wilke. Von fünf ursprünglichen Bewerbern hatte letztendlich aber nur einer ein Angebot angegeben, nämlich die BNG an der die beiden Ämter Mitgesellschafter sind. Von der Bundesnetzagentur gab es jedoch keinerlei Bedenken, sodass die Vertragsunterzeichnung im Juni diesen Jahres erfolgen konnte. Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Planungsbüros, wo mehrere Bewerber vorhanden sind.

Die Angebotsfrist hierzu endet am 20. September, so Amtsdirektor Wilke. Dann hofft er, dass in einem Zeitfenster von November 2018 bis Februar 2019 die Planungen für alle rund 2600 Hausanschlüsse in den Außenbereichen bearbeitet werden. Nach Ausschreibung der Tiefbaumaßnahmen hierfür könnte dann im März 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass dort gestartet wird, wo bereits Glasfaser in der Nähe vorhanden ist, hierfür aber wirtschaftliche und technische Gründe relevant sind. Die Arbeiten erfolgen auf jeden Fall Gemeinde übergreifend.

Obwohl man gehofft hatte, bereits Anfang 2018 mit den Arbeiten beginnen zu können, hat man nach wie vor das Ziel der Fertigstellung bis Ende 2020. Nach dem Motto und gemeinsamen Ziel „Breitband für alle“ sollte bis dahin modernes Glasfaser-Netz für schnelles Internet bis in jedes Haus der beiden Ämter möglich sein, so der Verbandsvorsteher. „Aber bei jedem Thema gibt es meistens wieder neue Hürden aus dem Weg zu räumen,“ drückte Otto Wilke etwas auf die Euphorie-Bremse. Hiermit meinte er insbesondere die Regularien der EU und des Bundes, die es zu berücksichtigen gilt.




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